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Laut Parteikreisen : Pistorius und Köpping kandidieren für SPD-Vorsitz

  • Aktualisiert am

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius Bild: dpa

Gut zwei Wochen lang können sich Kandidaten noch um den SPD-Vorsitz bewerben. Nun hat offenbar ein weiteres Duo sein Interesse bekundet.

          Wenige Stunden bevor Gesine Schwan und Ralf Stegner am Freitagmittag in Berlin offiziell ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz bekanntgeben wollen, kündigt ein weiteres Duo intern seine Bewerbung an. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Parteikreisen erfuhr, wollen auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping kandidieren. Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

          Der 59 Jahre alte Pistorius ist seit 2013 Ressortchef in Hannover und gilt als einer der profiliertesten Innenpolitiker der SPD. Zuvor war er Oberbürgermeister in Osnabrück. Die 61 Jahre alte Köpping ist in Dresden seit 2014 Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Vor allem Pistorius hebt sich von den bisherigen Bewerbern ab, die überwiegend dem linken Flügel der SPD zugeordnet werden.

          Noch gut zwei Wochen läuft die Frist für Bewerbungen. Insgesamt haben bisher, sollte das Duo Pistorius-Köpping tatsächlich antreten, fünf Frauen und sieben Männer ihr Interesse angemeldet, größtenteils in Zweierteams. Echte Parteiprominenz – etwa aus dem Bundeskabinett oder den Landesregierungen – fehlt bisher. Familienministerin Franziska Giffey erklärte am Donnerstag ihren Verzicht.

          Zudem hat nur ein Bewerber-Duo, die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann und Europastaatsminister Michael Roth, die formale Hürde zur Zulassung der Kandidatur genommen: Nötig ist die Unterstützung von fünf Unterbezirken oder einem Bezirks- oder Landesverband.

          Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping

          In den vergangenen Tagen hatten sich viele in und außerhalb der SPD immer drängender die Frage gestellt, ob sich auch Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten für den Parteivorsitz bewerben würden. Baden-Württembergs SPD-Chef Andreas Stoch hatte der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt, er erwarte, „dass auch Leute, die in der ersten Reihe der Partei stehen, Farbe bekennen“. Die Kandidatur von Schwan und Stegner genüge ihm da nicht.

          Das Interesse der Vorsitzenden der SPD-Grundwertekommission und des stellvertretenden Parteivorsitzenden war bereits vorab bekanntgeworden. Mit Stegner will der erste Vertreter der Parteispitze kandidieren.

          Um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich bisher unter anderem mehrere Zweierteams beworben: Neben Roth und Kampmann, die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie die Oberbürgermeister Flensburgs und Bautzens, Simone Lange und Alexander Ahrens.

          Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

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