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SPD vor der Entscheidung : Das hat wehgetan

Wer soll’s werden? Olaf Scholz, Klara Geywitz, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans Bild: dpa

Die Sozialdemokraten suchen eine neue Führung. Die Basis diskutiert, die Kandidaten streiten erbittert. An diesem Samstag wird ausgezählt. Und dann?

          7 Min.

          Szene einer zerrütteten Partei: Am Donnerstagabend saß Saskia Esken in einem Fernsehstudio. Die linke SPD-Politikerin kandidiert mit Norbert Walter-Borjans gegen Olaf Scholz und Klara Geywitz. Die SPD sucht immer noch neue Vorsitzende. Im Juni war Andrea Nahles zurückgetreten. Seitdem wogt der Wettstreit. Erst wollte niemand antreten, die gesamte etablierte Parteiführung hatte abgesagt. Auch Scholz. Dann änderte sich das. 17 Frauen und Männer tourten schließlich Tausende Kilometer durch Deutschland, dann ein erster Wahlgang. Die beiden Siegerpaare sind in der Endausscheidung. An diesem Samstag wird das offizielle Ergebnis bekanntgegeben.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Das inoffizielle ist aber schon klar: Die Kandidaten sind verfeindet, die Fraktion aufgewühlt, die Jusos werden als unsolidarisch beschimpft, viele Mitglieder haben die Nase voll von der esoterischen Dauersuche und stimmen nicht ab. Scholz und Geywitz mobilisieren Unterstützer, darunter viele SPD-Spitzenpolitiker. Selbst Gegner von gestern sind dabei, wie etwa der frühere Kanzlerkandidat Martin Schulz. Esken und Walter-Borjans hingegen setzen auf die Juso-Karte. Der Verband hat sie von Anfang an unterstützt. Esken kandidiert vor allem gegen die große Koalition. Sie will energischer als Walter-Borjans weg von der Union, weil sie glaubt, außer „Klimapaketchen“ und anderen faulen Kompromissen komme nichts herum. In den vergangenen drei Wochen hat sie den Vizekanzler und Finanzminister immer schärfer attackiert. Walter-Borjans machte mal mit, mal relativierte er sanft.

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