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Trotz Wahlerfolgs : Die SPD verliert weiter rasant Mitglieder

Lars Klingbeil (links), Vorsitzender der SPD, und Saskia Esken, Vorsitzende der SPD, äußern sich am 20. Dezember 2021 bei einer Pressekonferenz nach der konstituierenden Sitzung des Parteivorstandes im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Bild: dpa

Nach dem Wahlerfolg bei der Bundestagswahl traten der Partei im September zwar mehr Neumitglieder bei als in allen anderen Monaten des Jahres. Aber sie konnten den abermaligen Verlust von etwa fünf Prozent der Mitgliedschaft nicht ausgleichen.

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          Die SPD verliert trotz ihres Erfolgs bei der Bundestagswahl im vergangenen Herbst weiter an Mitgliedern. Entgegen Behauptungen der Partei während der Wahlkampagne ist die Zahl der eingeschriebenen Sozialdemokraten sogar unter die symbolisch wichtige Marke von 400.000 gefallen. Aktuellen Angaben des Willy-Brandt-Hauses zufolge haben im letzten Jahr der Amtszeit des früheren Generalsekretärs Lars Klingbeil mehr als 22.000 Mitglieder die Partei verlassen.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Nach dem Wahlerfolg bei der Bundestagswahl traten der Partei im September zwar mehr Neumitglieder bei als in allen anderen Monaten des Jahres, doch sie konnten den abermaligen Verlust von etwa fünf Prozent der Mitgliedschaft nicht ausgleichen. Die Zahl der Neumitglieder für das ganze Jahr lag bei 12.266.

          Bei den Grünen ist die Lage anders

          Rechnet man Ein- und Austritte zusammen, hatte die SPD zum 31. Dezember 2021 noch 393.727 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es 404.300 gewesen, Anfang 2018 noch 463.700. Der inzwischen ausgeschiedene Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans hatte noch im Dezember in seiner Bilanzrede beim Parteitag behauptet, die SPD-Mitgliedschaft betrage „400.000 an der Zahl“.

          Ganz anders als bei den Sozialdemokraten sieht die Situation bei den Grünen aus, die nach einer aktuellen Auskunft 125.000 Mitglieder haben, fast 20.000 mehr als noch vor einem Jahr. Die Partei hat ihre Mitgliedschaft seit 2015 verdoppelt.

          Bei den Sozialdemokraten bleibt auch die Hoffnung unerfüllt, den Anteil der Frauen in der Partei nennenswert zu erhöhen. Nach wie vor sind mehr als zwei Drittel der Parteimitglieder männlichen Geschlechts. Der Frauenanteil stieg in den vergangenen 20 Jahren um lediglich zweieinhalb Prozentpunkte.

          Wesentlich attraktiver scheinen für Frauen im linken Spektrum die Grünen zu sein, wo ihr Anteil in den Landesverbänden bis zu 45 Prozent beträgt, so etwa in Schleswig-Holstein. Die Sozialdemokraten teilten auf mehrfache Nachfrage hin mit, dass acht Prozent ihrer Mitglieder unter 30 Jahre alt seien und 56 Prozent älter als 60 Jahre. Das Durchschnittsalter der Parteimitglieder ist auf nunmehr 61 Jahre gestiegen. 

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