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SPD und Sarrazin : Wegbereiter der AfD

  • -Aktualisiert am

Thilo Sarrazin will Berufung gegen den Ausschluss einlegen. Bild: dpa

Es ist der dritte Versuch der SPD, Thilo Sarrazin loszuwerden. Die Entscheidung, ob er die Partei verlassen muss, ist noch nicht endgültig. Geschadet hat der frühere Berliner Finanzsenator der SPD durch die Wirkung seiner Thesen.

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          Jahrelang war Thilo Sarrazin ein in der SPD anerkannter und als hart sparender Berliner Finanzsenator hochgeschätzter Sozialdemokrat. Ein Politiker von der knorrigen Art Helmut Schmidts. Mit der Wertschätzung war es bei vielen in der SPD vorbei, als Sarrazin 2009 erst in einem Interview und dann kurz darauf als Sachbuchautor mit Millionenauflage vor einer muslimisch geprägten Einwanderung auch mit biologistisch unterfütterten Argumenten als für Deutschland schädlich warnte.

          Man tut ihm sicher nicht Unrecht, ihn damit als einen geistigen Wegbereiter für den Aufstieg der AfD zu bezeichnen. Nun soll der frühere Motor sozialdemokratischer Wahlerfolge in der Hauptstadt im dritten Versuch aus der Partei ausgeschlossen werden. Das Landesschiedsgericht bestätigte das Urteil eines Berliner SPD-Kreisverbands. Zweimal ist die damalige SPD-Spitze um Gabriel krachend gescheitert, das erste Verfahren endete in einem Freispruch erster Klasse.

          Ob die Partei damit das Kapitel Sarrazin abschließen kann, wird wohl erst in Jahren klar sein. Noch ist die Begründung nicht offiziell bekannt, warum Sarrazin der Partei „schweren Schaden“ zugefügt haben soll. Geschadet hat Sarrazin der SPD gewiss mit Auftritten, in denen er sein Parteibuch als Beweis der Unschuld vorzeigen konnte. Wer amtlich bestätigt Sozialdemokrat ist, kann nach dieser Logik nicht rechtsradikal sein. Gut möglich aber, dass ehemalige SPD-Wähler, die nun AfD wählen, zuvor ihren Sarrazin gelesen haben.

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