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SPD-Vorsitz : Das Trio, das es jetzt raffen soll

Das SPD-Trio auf Abruf Bild: dpa

Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel sollen die SPD vor dem Untergang retten. Doch keiner von ihnen hat sich danach gedrängt.

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          Am Sonntag hatte Andrea Nahles in einem Brief an die Partei ihren Rücktritt erklärt. „Bleibt beieinander und handelt besonnen!“ stand da drin. Jetzt war es Montag. Nahles sprach ein letztes Mal vor dem Vorstand der SPD im Berliner Willy-Brandt-Haus, dessen scharfe Kante in guten Zeiten an einen Dampfer in voller Fahrt erinnert, in schlechten an die Titanic kurz vor dem Eisberg. Ihre Stimme bebte. Sie fasste sich kurz, am Ende erhoben sich alle von ihren Stühlen. Der Vorstand klatschte, ihre Freunde genau wie jene, die nichts sehnlicher gewünscht hatten als ihren Sturz. Noch während sie applaudierten, fiel die Tür hinter Nahles ins Schloss.

          Dann kehrte Stille ein. Überhaupt, sagt einer, sei die Stille in dieser Sitzung das Auffälligste gewesen. Auf den Vorstandssitzungen der SPD geht es sonst anders zu. Normalerweise tuschelt immer irgendjemand irgendetwas, tippt ein anderer auf seinem Telefon herum. Diesmal war es anders. Nahles ging, und keiner muckste. Einer sprach nach dem anderen, und wer nicht sprach, der hörte zu. „Wir wussten“, sagt einer, „wenn wir jetzt die richtige Entscheidung treffen, dann gibt es eine Zukunft. Aber es kann auch sein, dass wir zum Überleben die Kraft nicht mehr finden.“

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