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SPD : Schlange stehen bei Kevin

  • -Aktualisiert am

Umschwärmt: Kevin Kühnert am Wochenende auf dem SPD-Parteitag Bild: dpa

Kevin Kühnert ist jetzt einer der Stellvertreter von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Er lässt das neue Führungsduo seine Macht spüren.

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          So sieht sie also aus, die neue Zeit, von der sie jetzt alle bei der SPD reden. Es ist Samstagmittag, gerade ging ein Raunen durch den Saal. Der Bundesaußenminister hat im ersten Wahlgang nicht die Unterstützung der Delegierten bekommen, um in den Parteivorstand gewählt zu werden. Der Regierende Bürgermeister Berlins, einer von den angeblich so wertvollen Ministerpräsidenten und Gastgeber des Parteitags, auch nicht. Aber bei Kevin Kühnert stehen sie Schlange. Wollen ihm zur Wahl als stellvertretender Parteivorsitzender gratulieren, obwohl die schon einen knappen Tag zurückliegt. Sie wollen ihn umarmen, ihm etwas zuflüstern. Delegierte machen Fotos mit ihm. Sie stellen sich brav an, neben den Tischen der Berliner Delegation, linker Block, vierthinterste Reihe. Und dann stehen da plötzlich Hubertus Heil, der Bundesarbeitsminister, und Norbert Walter-Borjans, der Parteivorsitzende. Sie wollen mit Kühnert reden. Also kommen sie zu Kühnert. Zu dritt gehen sie an den Rand der Halle, biegen um die Ecke, wo sie etwas Ruhe haben, und stecken die Köpfe zusammen.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Kevin Kühnert ist oben angekommen. Seit Freitagabend ist er stellvertretender Parteivorsitzender, einer von Fünfen. Eigentlich sollte es nur drei Stellvertreter geben, aber das hätte eine Kampfkandidatur zwischen Heil und Kühnert bedeutet. Es wäre, nachdem der übrige Parteitag entschärft worden war, die womöglich spannendste Abstimmung geworden, eine Richtungsentscheidung. Das sollte vermieden werden. Also wurde, trotz Sparvorgaben, die Zahl der Stellvertreter erhöht – weil Kühnert ohne Abstimmung seine Kandidatur angekündigt und so alle überrumpelt hatte. Das ist ein Erfolg, der mehr über Kühnerts Einfluss aussagt als die 70,4 Prozent, die er bei der Stellvertreterwahl bekam.

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