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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern : Ein Triumph für die SPD und Schwesig

Ein wunderbarer Abend auch für sie: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am 26. September in Schwerin Bild: dpa

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist die große Gewinnerin der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. CDU und Linke fahren ihre bisher schlechtesten Ergebnisse im Nordosten ein. Mit wem wird die SPD regieren?

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          Auch wenn man den Sieg schon lange sicher geglaubt hat, muss es ein befreiendes Gefühl für die Anhänger sein, wenn auf der Leinwand der Balken für die eigene Partei tatsächlich immer höher wächst. So hoch sogar wie schon seit Langem nicht mehr bei der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Erste Prognosen sahen die Partei von Manuela Schwesig bei gut 38 Prozent. Es ist ihre erste Wahl als Ministerpräsidentin. Es ist ein Triumph. Und für die Anhänger ein Grund zum Jubeln.

          Anna-Lena Ripperger
          Redakteurin in der Politik.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Als Schwesig sich um kurz nach 18 Uhr mit Ehemann und Kindern den Weg zur Bühne bahnt und danach das Mikrofon in die Hand nimmt, spricht sie von einem wunderbaren Abend für Land und Partei. Sie sagt es gleich zweimal. Sie ist sichtlich gerührt. Immer wieder Applaus. Auf den Hof eines italienischen Restaurants in der Schweriner Altstadt hat die SPD geladen. Dort hatte schon Schwesigs Vorgänger Erwin Sellering seinen letzten Wahlsieg gefeiert – 2016 hatte er 30,6 Prozent mit der SPD geholt. Das klingt an diesem Sonntag fast mickrig. Nun kann Schwesig sich aussuchen, mit wem sie weiterregieren will.

          Bild: F.A.Z.

          Die SPD und Mecklenburg-Vorpommern, das gehört schon lange zusammen. Seit 28 Jahren stellt die Partei den Ministerpräsidenten, in den ersten acht Jahren regierte sie mit der Linken – beziehungsweise deren Vorläuferpartei PDS – und seit 2006 mit der CDU. Im Wahlkampf war darüber diskutiert worden, wie die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen sind, wie die Wirtschaft wachsen und Löhne besser werden können, es ging um die Digitalisierung und die Schulen, denen ein Lehrermangel droht. Anlass zur Kritik an der Regierung hätte es da gegeben, doch nichts schien die SPD zu treffen oder gar Schwesig. In der Corona-Pandemie hatte sie sich als Krisenmanagerin präsentiert, alles war im Wahlkampf auf sie ausgerichtet. „Die Frau für MV“, stand auf einer Reihe von Plakaten, die ohne Parteilogo auskamen, und so wird sie am Wahlabend auch auf der Bühne angekündigt. 

          Schwesig wird in ihrer Rede am Wahlabend sehr persönlich

          Schwesig selbst wird dann sehr persönlich. Sie spricht von ihrer schweren Krankheit, die sie überstanden hat. Da bricht ihre Stimme kurz. Ganz abgeklärt klingt sie hingegen, als sie kurz auf die nächste Koalition eingeht: An diesem Montagabend werde die Parteispitze beraten, wen man zu Gesprächen einlade. Sie spricht später von verlässlichen Partnern, die man brauche, und stabilen Mehrheiten. Und lässt sich so vieles offen.

          So lange schon, wie die SPD sich des Sieges sicher sein konnte, ahnte man bei der CDU, dass der Wahlsonntag schmerzhaft werden würde. Die Hochrechnungen nach 18 Uhr bestätigen die schlimmsten Befürchtungen: Sie sehen die Partei bei gerade mal 14 Prozent. Es ist das schwächste Ergebnis der CDU im Land überhaupt, 2016 waren es noch 19 Prozent gewesen. Die CDU hat zur Wahlparty in die Orangerie im Burggarten eingeladen. Dort scheint das schlechte Abschneiden der eigenen Partei kaum noch jemanden zu überraschen – man hat sich vorbereitet auf das Debakel und erträgt es mit Fassung.

          Als dann Spitzenkandidat Michael Sack zusammen mit dem CDU-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Philipp Amthor, den Raum betritt, wird er mit langem Applaus begrüßt. Sack spricht von einem schweren Abend für die CDU in Bund und Land. Sacks Stimme ist fest, aber er wirkt doch angefasst von den jüngsten Ereignissen. Das Ergebnis für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern sei „katastrophal“ und zeige, dass die Wähler der Partei nicht mehr so vertraut hätten, sagt er.

          Ähnlich äußert sich Amthor. Und fügt hinzu: „Wir stehen als Team zusammen.“ Die CDU lasse sich nicht entmutigen. Die im Raum stehende Frage nach dem „Wie weiter“ beantwortet Sack mit der Bitte um Geduld. An diesem Montag werde der Parteivorstand zusammenkommen, es sei schwer, jetzt Entscheidungen zu treffen. Am Abend hieß es aus der Partei, manche seien auch einfach froh, dass der Wahlkampf vorüber ist.

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