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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern : Ein Triumph für die SPD und Schwesig

Sack und seine Partei fanden keine Stimme und kein Thema, mit dem sie Schwesig hätten gefährlich werden können. Als Notlösung war Sack im vergangenen Sommer überhaupt erst in die Rolle des Spitzenkandidaten gestolpert. Weil das eine große Talent der Landespartei, Vincent Kokert, sich erst ins Privatleben zurückgezogen hatte und das andere, Amthor, dann über Lobbyismus-Vorwürfe stolperte. So wurde Sack unverhofft Landesvorsitzender und Kandidat. Der Partei helfen konnte er nicht.

Vor allem im Osten des Landes bleibt die AfD eine starke Konkurrenz – die CDU musste sich von ihr abermals auf den dritten Rang verweisen lassen. Erste Hochrechnungen am Wahlabend sahen die AfD bei etwa 18 Prozent – ein schlechteres Ergebnis als die 20,8 von der Wahl 2016. Am Ende verzichtete Sack sogar auf ein großes Wahlkampffinale, er ging stattdessen in Greifswald von Haustür zu Haustür. Diese Entscheidung schien geradezu sinnbildlich für Sacks großes Problem im Wahlkampf zu stehen: Präsenz und Bekanntheit. Einige größere Termine nahm er nicht wahr. Noch in einer Umfrage Ende August gaben 43 Prozent der Befragten im Land an, Sack nicht zu kennen.

Vor der Wahl hatte Sack stets gesagt, dass er nach der Wahl nach Schwerin gehen wird – unabhängig vom Ausgang. Ob er bei dem schlechten CDU-Ergebnis Landesvorsitzender bleiben wird, ist nun allerdings offen. Und damit auch, ob er derjenige sein wird, der die CDU in Sondierungsgespräche mit dem Wahlsieger SPD führt – wenn es überhaupt dazu kommt.

Die Begeisterung bei der Linken ist gedämpft

Auch bei dem anderen möglichen Partner für die Sozialdemokraten hielt sich die Begeisterung über das Wahlergebnis in Grenzen. Zwar könnte die Linke nach langen Jahren am Ende wieder in die Regierung kommen – aber mit ihrer Spitzenkandidatin Simone Oldenburg reicht es am Sonntag nach ersten Hochrechnungen doch nur zu etwa zehn Prozent. Es ist das schwächste Ergebnis überhaupt. Auch die Linke als selbst ernannte „Stimme des Ostens“ schaffte es nicht, gegen Schwesig Punkte zu machen. Auch wenn Oldenburg es als profilierte Bildungspolitikerin im Land nicht an Schärfe fehlen ließ. Die Stammwähler aber werden älter und weniger, neue kommen kaum nach.

Am Sonntagabend sagt Oldenburg in der ARD: „Wir sind sehr froh, dass wir zweistellig sind.“ Bei der Linken hat man sich auf etwaige Koalitionsgespräche vorbereitet, eine Sondierungsmannschaft ist benannt. Aus der Führung der Partei heißt es am Abend, man sei bereit, aber nicht um jeden Preis. Hinzu kommt, dass Rot-Rot im Landtag den Hochrechnungen zufolge wohl nur eine hauchdünne Mehrheit hätte.

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Für FDP und Grüne ging es am Sonntag um den Wiedereinzug in den Landtag. Beide wussten schon nach den Umfragen, dass es knapp werden könnte. Die Hochrechnungen machten dann aber Hoffnung, beide Parteien standen bei etwa sechs Prozent. Damit wäre auch eine Ampelkoalition denkbar. Beide Parteien, Grüne und FDP, hatten zwar deutlich gemacht, dass sie bereitstünden, Verantwortung in einer Regierung zu übernehmen. Aber Begeisterung schien bei dem Thema nicht aufzukommen. Grünen-Spitzenkandidatin Anne Shepley zeigt sich am Sonntagabend in der ARD erfreut über das Ergebnis. „Wir freuen uns sehr, dass Klimaschutz in diesem Land wieder im Landtag vertreten ist.“ Erst einmal waren die Grünen im Landtag gewesen, von 2011 – wenige Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima – bis 2016.

Klar ist immerhin, dass die AfD nicht mitregieren wird. Die Partei war 2016 mit einem Knall in den Landtag eingezogen, und danach hatte es in der Partei und Fraktion selbst noch ein paar Mal geknallt. Von einst 18 Abgeordneten blieben 14. Die Wähler scheint das alles nur wenig beeindruckt zu haben. An einem Wahlabend mit einer großen Siegerin und großen Verlierern fielen die Verluste für die AfD am Ende noch überschaubar aus. AfD-Spitzenkandidat Nikolaus Kramer zeigte sich zufrieden: Die Partei habe ihr Ziel erreicht, „stärkste Oppositionskraft zu bleiben“.

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