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SPD : Schulz schließt Kanzlerkandidatur aus

  • Aktualisiert am

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Bild: dpa

Der Präsident des EU-Parlaments will bei der Bundestagswahl nicht SPD-Spitzenkandidat werden. In einer Umfrage fallen die Sozialdemokraten auf den schlechtesten Wert seit sieben Jahren.

          EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) steht seiner Partei für eine Kanzlerkandidatur bei der nächsten Bundestagswahl nicht zur Verfügung. „Mein Platz ist in Brüssel“, sagte der SPD-Politiker der „Welt am Sonntag“. Er habe 32 Jahre und damit sein gesamtes politisches Leben in Europa investiert. „Und Europa ist momentan nicht im besten Zustand. Ich versuche hier meinen Beitrag zu leisten, dies zu ändern“, so Schulz.

          SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich für einen Mitgliederentscheid ausgesprochen, wenn es in der Partei mehrere Bewerber bei der K-Frage geben sollte. Neben Schulz galten zuletzt Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Sozialministerin Andrea Nahles und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz als Alternative zu Gabriel. Ihnen allen werden allerdings keine großen Ambitionen nachgesagt, 2017 in den schwierigen Wahlkampf gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ziehen.

          AfD drittstärkste Partei

          Nach der jüngsten Erhebung des Emnid-Instituts für die Zeitung „Bild am Sonntag“ schneidet die SPD bei den Wählern so schlecht ab wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die Sozialdemokraten kommen demnach auf nur noch 21 Prozent. Das sei der niedrigste Wert seit November 2009, berichtete die Zeitung. Die Union legte dagegen einen Punkt zu und erreicht 33 Prozent. Drittstärkste Partei ist die AfD mit 14 Prozent. Sie erhält einen Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Grünen bleiben unverändert bei zwölf Prozent, die Linke verharrt bei neun und die FDP bei sechs Prozent.

          „Ich unterstütze Sigmar Gabriel mit Haut und Haaren“, sagte EU-Parlamentspräsident Schulz. „Die SPD hat einen sehr, sehr starken Parteivorsitzenden.“ Zugleich forderte er: „Die SPD muss noch mehr die Partei der Menschen sein, die hart arbeiten, sich an die Spielregeln halten und das tun, was ihr Land von ihnen verlangt.“ Viele dieser Menschen hätten das Gefühl, dass nur noch über Milliardenbeträge geredet werde, die „irgendwo“ hinfließen würden, sagte Schulz. Das seien für die meisten unvorstellbare Summen. „Wir Sozialdemokraten müssen weniger in Milliardenbeträgen und mehr an die Menschen denken, die nur wenig Geld im Monat zur Verfügung haben.“

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