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SPD : Schröder: Steinmeier hat das Zeug zum Kanzler

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Altkanzler und Neukanzler? Steinmeier und Schröder 1998 in Hannover Bild: dpa

Schaulaufen bei der SPD: In der Bundestagsfraktion präsentieren sich am Abend der designierte Parteichef Müntefering und Kanzlerkandidat Steinmeier den Abgeordneten. In der Parteizeitung „Vorwärts“ lässt der frühere Kanzler wissen, was er von seinem früheren Bürochef hält.

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          Der frühere Bundeskanzler Schröder (SPD) hat die Nominierung Außenminister Steinmeiers zum SPD-Kanzlerkandidaten gelobt. In einem am Donnerstag für die nächste Ausgabe der Zeitung „Vorwärts“ veröffentlichten Beitrag schrieb Schröder: „Ich bin stolz auf meine Partei, die mit Frank-Walter Steinmeier den Besten für dieses wichtige Amt des Bundeskanzlers ins Rennen schickt. Er hat das Zeug zum Kanzler.“

          Schröder war spätestens im Januar zu der Auffassung gekommen, Steinmeier und nicht der jetzt zurückgetretene SPD-Vorsitzende Beck müsse Kanzlerkandidat werden. Schröder dürfte sich damit auch im Bundestagswahlkampf engagieren. Schon in den nächsten Wochen wird er bei einigen Veranstaltungen der SPD auftreten. Dabei ist unter anderem vorgesehen, an den Wahlsieg Schröders 1998 und die Bildung der rot-grünen Koalition sowie daran zu erinnern, dass die SPD in diesem Herbst seit zehn Jahren an der Bundesregierung beteiligt sei.

          Zäh und kreativ

          Schröder schrieb, die Nominierung Steinmeiers sei für ihn eine Freude. „Es gibt in meinem Leben niemanden, mit dem ich so eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe.“ Aus dieser Erfahrung wisse er, dass nicht nur die Kanzlerkandidatur, sondern auch das Amt des Bundeskanzlers bei ihm in „allerbesten Händen“ sein werde.

          Historischer, ehemaliger und Übergangsvorsitzender der SPD in Berlin: Brandt, Müntefering, Steinmeier
          Historischer, ehemaliger und Übergangsvorsitzender der SPD in Berlin: Brandt, Müntefering, Steinmeier : Bild: dpa

          Er habe an Steinmeier geschätzt, „dass er auch zunächst unlösbar erscheinende Probleme angeht und mit Zähigkeit und Kreativität für die schwierigsten Themen Lösungen herbeiführen kann“. Als Beispiele nannte der frühere Bundeskanzler den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie und die „äußerst sensiblen Gespräche über die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter“. Als Außenminister verkörpere er „ein modernes und selbstbewusstes Deutschland“. Er habe auch einen eigenen Stil entwickelt und seine Rolle gefunden. „So strahlt er eine ganz natürliche Autorität aus.“ Auch sei er ein „durch und durch lebensfroher Mensch“.

          Vogel über Steinmeiers: „Das ist ein Novum“

          Steinmeier und der designierte SPD-Vorsitzende Müntefering präsentierten sich am Donnerstagabend in der SPD-Bundestagsfraktion, die eine Klausurtagung abhielt. An diesem Freitag wird dort zudem der frühere SPD-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Vogel sprechen. Dieser hatte in der Zeitung „Die Welt“ über Münteferings Rückkehr gesagt: „Das hat mich schon überrascht und ist ein Novum in der Geschichte der Sozialdemokratie.“ Müntefering besitze aber „in und außerhalb der Partei ein bemerkenswertes Maß an Zustimmung, und zwar auch unter solchen, die nicht all seine Auffassungen teilen“.

          Über den Umstand, dass mit Steinmeier erstmals ein Kanzlerkandidat aufgestellt werde, der zuvor nie Landtags- oder Bundestagsabgeordneter gewesen sei, sagte Vogel: „Das ist ein Novum. Aber Frank-Walter Steinmeier war mit den parlamentarischen Aktivitäten lange unmittelbar verbunden. Es wäre anders, wenn er plötzlich aus einer Hochschule oder einem großen Unternehmen käme, ohne jemals in der Nähe des Parlaments agiert zu haben. Aber das ist ja bei ihm wirklich nicht der Fall. Ganz im Gegenteil.

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