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SPD-Regionalkonferenz Hamburg : Moin, Moin

Die Kandidatenpaare Olaf Scholz mit Klara Geywitz und Nina Scheer mit Karl Lauterbach auf der Bühne bei der Regionalkonferenz in Hamburg. Bild: EPA

Die Kandidatentour der SPD ist in Hamburg angekommen – der Heimat des Favoriten Olaf Scholz. Aber ist es deshalb auch ein leichtes Heimspiel?

          4 Min.

          Olaf Scholz ist erst einmal still. Neben ihm steht Klara Geywitz auf der Bühne in Hamburg, seine Partnerin, und beginnt die Vorstellung der beiden. Nach all den Regionalkonferenzen der SPD in den vergangenen Wochen möchte man meinen, sie sei nicht mehr nervös, sagt Geywitz. Aber es sei schon etwas besonders, da sie heute in der Heimat von Olaf sei. Sanft schmunzelt Scholz neben ihr. Hamburg und Scholz, das ist eine ganz besondere Beziehung. Seine Heimatstadt, die Stadt in der er einst Senator und später lange Bürgermeister war. Und nun steht er hier mit Geywitz zusammen auf der Bühne, um sich für den Vorsitz der SPD zu bewerben. Sie sind ohnehin die Favoriten in diesem Rennen, ein (leichtes) Heimspiel könnte man erwarten. Aber so einfach ist es nicht.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Mehr als die Hälfte der Regionalkonferenzen hat die SPD schon hinter sich, in Hamburg stellen sich die Kandidaten zum 13. Mal den Parteimitgliedern vor. Bis Anfang Dezember soll die neue Führung stehen und auf einem Parteitag gewählt werden. Ein paar Kandidaten weniger sind es auch schon geworden: Am Montag hatte zuletzt der Einzelbewerber Karl-Heinz Brunner seine Bewerbung zurückgezogen, sieben Paare sind noch übrig. Viel diskutiert haben sie in den vergangenen Wochen, mit den Mitgliedern und über die Partei. Viel wurde über sie und die Regionalkonferenzen geschrieben und auch gestaunt. Die Partei lebe noch, heißt es immer wieder, was ja ein bitteres Kompliment ist: hatte man wirklich geglaubt, sie sei schon gestorben? Am Vortag jedenfalls wurde im Berliner Willy-Brandt-Haus Halbzeit gefeiert, und selbst da soll die Stimmung bestens gewesen sein. Das hatte man dort auch schon lange nicht mehr erlebt.

          SPD begeistert sich wieder an sich selbst

          Am Mittwochabend nun ist die Tour in Hamburg angekommen, etwa 800 Parteianhänger füllen das Kulturzentrum Kampnagel bis auf den letzten Platz, vor den Türen des Saals müssen einige auf Bildschirmen zuschauen. „Was für ein Bild“, sagt der Moderator des Abends beim Blick in die Reihen. Die SPD ist bereit, sich wieder an sich selbst zu begeistern, um dann vielleicht auch mal wieder andere für ihre Partei zu begeistern. Auch das hat man ja schon lange nicht mehr erlebt. Die Stimmung jedenfalls ist freudig erregt und als Scholz zu reden beginnt, sagt er „Moin, Moin“. Das ist schon recht geschwätzig für einen Hanseaten.

          Kurz nachdem Scholz und Geywitz ihre Kandidatur bekanntgegeben hatten, unterstützte sie der Hamburger Landesvorstand auch schon: „Mit Erfahrung, Durchsetzungskraft und klugen Ideen für das Land und die deutsche Sozialdemokratie haben beide das Rüstzeug für diese große Aufgabe und zeigen, wie die SPD mit Zuversicht und Mut die Zukunft gestalten kann“, äußerte die Landesvorsitzende Melanie Leonhard damals. Als dann der Jusos-Bundesvorstand beschloss, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zu unterstützen, kam von den Hamburger Jusos empörter Widerspruch. Das alles heißt aber noch nicht, dass ihm in Hamburg nun einfach alles zufällt.

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