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Putschgerüchte in der SPD : „In der Fraktion will niemand eine Ablösung von Nahles“

  • Aktualisiert am

Ein Bild aus besseren Tagen? Andrea Nahles und Martin Schulz im Februar 2018 nach der Einigung auf den Koalitionsvertrag mit der Union Bild: AFP

Gerüchte über einen geplanten Putsch gegen Andrea Nahles seien „reine Spekulation“, kritisiert der Sprecher des Seeheimer Kreises Kahrs. Auch der stellvertretende Parteichef Stegner glaubt den Gerüchten „kein Stück“.

          Prominente SPD-Politiker haben Berichte über angebliche Putschpläne gegen die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles zurückgewiesen. „Das ist alles reine Spekulation, was da betrieben wird und entbehrt jeder Grundlage“, sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises Johannes Kahrs FAZ.NET. Auch, dass es an Nahles andauernde Kritik gebe und ihre Ablösung als Fraktions- oder gar als Parteivorsitzende von vielen herbeigesehnt werde, sei frei erfunden. „In der Fraktion will niemand eine Ablösung von Andrea Nahles“, sagte Kahrs. „Diese Spekulationen werden langsam peinlich.“

          Auch der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner wies Spekulationen über einen geplanten Putsch zurück. „Ich glaube all den Dingen, die da berichtet werden, kein Stück“, sagte Stegner dem SWR. „Es ist immer interessant, über Personal zu spekulieren, aber ich halte davon gar nichts.“

          Die Zeitschrift „Spiegel“ hatte berichtet, Nahles habe den früheren Kanzlerkandidaten Martin Schulz Ende vergangener Woche zu einem Vieraugen-Gespräch gebeten, um über Gerüchte zu ihrer geplanten Ablösung zu sprechen. Demnach sagte Nahles in dem Gespräch, sie habe gehört, dass Schulz sie an der Fraktionsspitze ablösen wolle. Dieser habe zwar akute Putschpläne bestritten, nicht aber seine grundsätzlichen Überlegungen, schreibt der „Spiegel“. Schulz habe im Gespräch mit Nahles ein Szenario entworfen, zitierte die Zeitschrift die Parteikreise, wonach sie wieder das Arbeitsministerium übernehmen könnte, um öffentlich mit einem klaren Thema punkten zu können.

          Schulz hatte nach Angaben aus Fraktionskreisen zuvor in zahlreichen Gesprächen seine Chancen sondiert, berichtete der „Spiegel“ weiter. Dabei soll er betont haben, er wolle nicht gegen Nahles antreten, sondern sich nur dann um das Amt des Fraktionsvorsitzenden bewerben, wenn Nahles den Posten abgeben sollte. Seit Wochen kursieren neben Schulz die Namen mehrerer möglicher Nachfolger an der Fraktionsspitze, darunter Arbeitsminister Hubertus Heil, Generalsekretär Lars Klingbeil und der nordrhein-westfälische Abgeordnete Achim Post.

          Regulär muss sich Nahles Ende September in der Fraktion zur Wiederwahl stellen. Allerdings wird in der Partei gemutmaßt, dass sich im Fall herber Niederlagen bei den Wahlen zum Europaparlament und zur Bürgerschaft in Bremen die Führungsfrage schneller stellen könnte.

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