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SPD : Müntefering vor „Comeback“?

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Müntefering im November 2007 kurz vor dem - vorläufigen? - Ende seiner politischen Laufbahn Bild: dpa

Kehrt Franz Müntefering in die „große“ Politik zurück? Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler werde im September seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter wieder in vollem Umfang aufnehmen, berichtete die „Rheinische Post“. SPD-Politiker begrüßten die Ankündigung.

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          Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering steht möglicherweise vor einem politischen Comeback. Müntefering werde im September seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter wieder in vollem Umfang aufnehmen, berichtete die „Rheinische Post“ am Samstag unter Berufung auf die SPD-Bundestagsfraktion. Müntefering sei zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung in der SPD. Zahlreiche SPD-Politiker begrüßten eine mögliche Rückkehr Münteferings in die Politik. Ein SPD-Fraktionssprecher wollte sich am Samstag nicht zu den Berichten äußern.

          Mit Münteferings Rückkehr verbinde sich in Teilen der Sozialdemokratie die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen in die Bewältigung der Führungskrise der Partei, hieß es in dem Bericht weiter. Erst kürzlich hatte SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel öffentlich gesagt, Müntefering fehle der SPD. Ende Juli war Münteferings Frau Ankepetra nach einem langen Krebsleiden gestorben. Der SPD-Politiker hatte 2007 mit Ausnahme des Bundestagsmandats alle politischen Ämter aufgegeben, um seine todkranke Frau zu pflegen.

          „Müntefering wird immer gebraucht“

          Der SPD-Wirtschaftsfachmann Rainer Wend sagte, gerade „in diesen für die SPD schwierigen Zeiten können wir einen erfahrenen Fahrensmann wie ihn bestens gebrauchen“. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, sagte, Müntefering werde „als Urgestein von uns allen geschätzt, er hat viel mit der Seele der Partei zu tun“. Wenn er wieder bereit sei, sich einzubringen, müsse es kein Gegeneinander geben. Zwischen dem Parteivorsitzenden Kurt Beck, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck und ihm „wird sich etwas finden, das uns weiter bringt. Er ist für die Partei eine Integrationsfigur und für viele Wähler einfach unverzichtbar.“

          Der SPD-Innenausschussvorsitzende Sebastian Edathy sagte, Müntefering könne möglicherweise „einen Beitrag dazu leisten, das Stimmungstief der SPD zu überwinden“. Der SPD-Rechtspolitiker Klaus Uwe Benneter sagte: „Franz Müntefering wird in schwierigen Situationen der Partei immer gebraucht. Er wird uns klarmachen, dass wir keinen Grund haben, die Flinte ins Korn zu werfen.“

          Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ meldete unterdessen, Müntefering werde von den SPD-Linken als Chef der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung ins Gespräch gebracht - auch, um einem Anspruch seinerseits auf wichtige Parteiämter zuvorzukommen. Eine weitere Amtszeit der seit 2003 amtierenden Stiftungsvorsitzenden Anke Fuchs stoße unter Genossen in der Parteiführung auf Unbehagen. Auch SPD-Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wurde schon als Kandidat für den Stiftungsvorsitz genannt.

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