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SPD-Kommentar : Breitseite gegen Nahles

Vor der vergangenen Bundestagswahl räumte Sigmar Gabriel (Mitte) das Feld für Martin Schulz (links neben ihm). Wer wird der nächste SPD-Kanzlerkandidat? Bild: dpa

Unter den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten ist keiner, dem ein Wahlsieg zuzutrauen wäre. Eine Urwahl, auf die wohl alles hinausläuft, ändert daran nichts.

          Gerhard Schröder ist nicht der Erste, der den Namen Gabriel wieder ins Spiel bringt, um der SPD einen Weg aus der Dauerkrise zu weisen. Für Sigmar Gabriel selbst muss es ein Erlebnis der besonderen Art gewesen sein, dass er die Beliebtheitswerte, die er für die Kanzlerkandidatur meinte haben zu müssen, erst bekam, als er sich zurückzog.

          Schröders Intervention ist aber vor allem eine Breitseite gegen die amtierende Parteivorsitzende Andrea Nahles, der von vielen innerhalb und außerhalb der Partei nicht mehr zugetraut wird, die Kanzlerkandidatur mit Leben zu füllen.

          Das aber ist seit langer Zeit ein weitverbreitetes Phänomen in der SPD. Selbst Olaf Scholz kehrt da lieber den Taktiker heraus, als dass er klare Ansprüche anmelden würde. Die Liste der Namen, die als aussichtsreiche Kandidaten genannt werden, wird paradoxerweise lang und länger, je entrückter eine Kanzlerkandidatur der SPD wirkt.

          Name für Name zeigt: Keiner ist dabei, dem „Wirtschaft“ auf die Stirn geschrieben stünde und dem deshalb ein Wahlsieg zuzutrauen wäre. Eine Urwahl, auf die wohl alles hinausläuft, ändert daran nichts.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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