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SPD-Kanzlerkandidat Scholz : Stoisch weitergehen, egal was passiert

Olaf Scholz spricht auf einer DGB-Kundgebung am 1. Mai auf einem Autokinogelände in der Lausitz in Brandenburg. Bild: Imago

In den Umfragen sieht es derzeit nicht gut aus für die SPD. Und unter den drei Kanzlerkandidaten gilt Olaf Scholz derzeit nur als Nummer drei. Aus der Ruhe bringen lässt er sich dadurch jedoch nicht.

          7 Min.

          Hier soll von Olaf Scholz die Rede sein, dem Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten. Auch wenn es mit Michael Müller losgeht. Müller hatte Scholz am Dienstagabend mit Blick auf die Bundestagswahl zu einem digitalen „Zukunftsgespräch“ eingeladen. Das Format wurde zwar im Willy-Brandt-Haus erfunden, der Berliner Parteizentrale. Einladen aber müssen die jeweiligen SPD-Wahlkreiskandidaten. Der Berliner Müller will in den Bundestag, und zwar als Direktkandidat für den Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf. Noch aber ist er Regierender Bürgermeister seiner Heimatstadt. Im September will er an Franziska Giffey übergeben – wenn die Wähler mitmachen. Bundestagswahl und Abgeordnetenhauswahl sind am selben Tag, dem 26. September.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Müller stand in der Berliner Parteizentrale, dem Kurt-Schumacher-Haus im Wedding, sein Gast im Atrium des Brandt-Hauses. Das allein war schon eine Herausforderung. Müller musste aber auch noch eine Doppelrolle spielen, eigentlich sogar eine dreifache. Er war der gastgebende Wahlkreiskandidat und damit auch der Moderator des Abends. Und er war der Bürgermeister, an den sich manche Frage richtete, mal aus dem Chat, mal per Video mit dem Fragenden zugeschaltet. Müllers Gesichtsfarbe gewann immer mehr ein aufgeregtes Rot, obwohl alles sozialdemokratisch gesittet ablief mit Fragen, die im Brandt- oder Schumacher-Haus hätten vorbereitet gewesen sein können. Alles Steilvorlagen für den Kanzlerkandidaten. Einmal musste Scholz deswegen sogar schmunzeln. Als nämlich Müller die Frage aus dem Chat ablas, ob die SPD in Sachen Klimaschutz nicht längst weiter sei als die Grünen. Scholz bejahte prompt.

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