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SPD in Pforzheim : Ohne Hück geht es nicht

Er soll die SPD vor einem Debakel retten: Uwe Hück in Stuttgart Bild: dpa

In Pforzheim will Uwe Hück bei den Kommunalwahlen antreten – ohne die SPD. Die Partei will den zurückgetretenen Porsche-Betriebsratsvorsitzenden aber unbedingt halten. Er soll die Sozialdemokraten vor einem Debakel retten.

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          Die baden-württembergische SPD und der frühere SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel versuchen derzeit alles, um den Anfang der Woche zurückgetretenen Porsche-Betriebsratsvorsitzenden und früheren stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns, Uwe Hück, weiter an die SPD zu binden. Nach Informationen von FAZ.NET sollen Gabriel und Hück am Donnerstag länger telefoniert haben, es habe Gespräche über eine Kandidatur Hücks auf der Gemeinderatsliste der Pforzheimer SPD gegeben.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Listenaufstellung ist eigentlich schon fertig, über sie soll am Samstag abschließend beraten werden. Hück hatte angekündigt, für die Kommunalwahl in Pforzheim mit einer eigenen Liste anzutreten. Würde er dies als SPD-Mitglied tun, müsste er mit einem Parteiausschlussverfahren rechnen.  

          Rettung vor einer Niederlage bei der Kommunalwahl?

          „Uwe Hück ist ein kämpferischer Sozialdemokrat, er sollte es auch bleiben. Wir hoffen, dass wir bis Freitagabend eine Lösung haben“, sagte Christoph Mährlein, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Pforzheim SPD im Gespräch mit FAZ.NET. „Die Liste ist ja eigentlich fertig, aber wir wollen sehen, was wir da noch machen können.“ Auch der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch soll, wie angekündigt, mit Hück mittlerweile ein längeres Gespräch geführt haben. In der SPD setze man auf Hück, weil er helfen könne, die SPD in Pforzheim am 26. Mai vor einer Niederlage bei der Kommunalwahl zu bewahren.

          Pforzheim gilt spätestens seit der Landtagswahl 2016 als Hochburg der AfD. Die rechtspopulistische Partei hatte damals in klassischen, von der SPD-geprägten Wahlbezirken sehr gute Ergebnisse erreichen können. Im Mai 2017 hatte SPD-Oberbürgermeister Gert Hager dann die Oberbürgermeisterwahl gegen den CDU-Herausforderer Peter Boch verloren. „Wir haben sechs Gemeinderäte und sind nach der CDU die zweitstärkste Kraft, wir sollten es mit Hück versuchen. Er kann der Stimmenkönig werden“, sagte ein Sozialdemokrat, der sich namentlich nicht zitieren lassen wollte.

          Ohne eine Kandidatur Hücks, so der SPD-Mann, werde seine Partei wahrscheinlich zwei Mandate verlieren. Wenn es in der SPD jemanden gebe, der einen positiven Einfluss auf Hück ausüben könne, dann sei das Sigmar Gabriel. „Er gehört zu den wenigen, auf die Uwe Hück hört.“ Es wird vermutet, dass Hück seine Funktion als Gemeinderat intensiv nutzen könnte, um auch auf Landes- oder Bundesebene ein Mandat anzustreben.

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