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SPD in der Dauerkrise : Wir müssen reden

  • -Aktualisiert am

Andrea Nahles (links) beim Bierchen: Ihre möglichen Wähler sehen die SPD-Vorsitzende gerne bei solchen Stammtischen mit den „einfachen“ Leuten. Bild: dpa

Weiß die Parteiführung der SPD noch, was die Basis will? Auch viele Wähler haben das Gefühl, dass die Sozialdemokraten sie und ihre Themen vergessen haben. Die Umfragewerte bleiben miserabel.

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          So lange hat die SPD versprochen, dass es immer weiter vorwärts, aufwärts, nach oben geht, dass sie irgendwann nicht mehr wagte, nach unten zu schauen. Und nicht mehr sah, wen sie beim Aufstieg unten vergessen hatte. Wie es dort ist, wo es brodelt, riecht und stinkt. Und jetzt wird die Luft oben dünn, die SPD steht in der jüngsten Umfrage bei 17 Prozent, und unten stauen sich Unverständnis und Wut.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Andreas Rimkus weiß, wie es unten ist, dort, wo es brodelt, riecht und stinkt. Rimkus sagt, nach einem langen Arbeitstag, da spürt man es in den Händen. Rimkus ist Handwerker, und er ist in der Politik, Bundestagsabgeordneter für den Düsseldorfer Süden. Auf Plakaten steht er vor Industrieanlagen. Auf vielen Fotos hat er einen roten Bauarbeiterhelm auf dem Kopf. Und den obersten Hemdknopf offen. Wenn er in Berlin ist und Schlips und Anzug trägt, dann nennt er das seinen Arbeitskittel. Rimkus war auf der Realschule und hatte überlegt, Mathematik zu studieren. Aber für das Abitur fehlte ihm das große Latinum. Also machte er das Fachabitur und anschließend eine Ausbildung zum Elektroniker. Er wurde Meister, Gruppenleiter, Betriebsrat. Eine Zeitlang haderte er damit, nicht studiert zu haben. Im Betrieb trug er als Facharbeiter einen blauen Kittel, die studierten Ingenieure einen weißen. Rimkus hat ein ausgeprägtes Gespür dafür, wer oben und wer unten steht. Aber er weiß auch: „Ohne mich im blauen Kittel konnten die im weißen Kittel nichts machen.“

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