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Streit um Klöckner-Video : SPD: Das grenzt an Werbung

Steht weiter in der Kritik: Bundesministerin Julia Klöckner Bild: dpa

Die Kritik an CDU-Ernährungsministerin Julia Klöckner wegen ihres Videos mit dem Nestlé-Chef reißt nicht ab. Aus der SPD wird ihr Schleichwerbung vorgeworfen, Parteifreunde sprechen dagegen von „Überschwang der Freude“.

          Ernährungsministerin Julia Klöckner von der CDU steht weiter wegen eines Videos mit dem Nestlé-Chef in der Kritik. So sagte die ernährungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ursula Schulte, dieser Zeitung: „Das ist schon grenzwertig – es grenzt an Werbung.“ Es gehöre zwar zu den Aufgaben der Ministerin, mit Unternehmen zu sprechen. „Aber es gibt einen Unterschied dazwischen, solche Gespräche zu führen und sie in dieser Weise im Internet zu veröffentlichen.“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In dem Video-Clip, den das Ministerium verbreitete, lobt Klöckner das Schweizer Unternehmen dafür, dass es in Fertigprodukten weniger Zucker, Fett und Salz verarbeitet. Sie spricht von „Produkten, die die Bürger gerne mögen“. Die Ministerin wollte sich auf Anfrage nicht weiter zu dem Vorgang äußern.

          Der Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Alois Gerig von der CDU, verteidigte Klöckner: „Vielleicht hat die Ministerin das halt im Überschwang der Freude gepostet, weil sie einen großen Konzern dazu bewegt hat, gesündere Produkte anzubieten.“ Er finde das „nicht verwerflich, solange dabei keine Hintergedanken zum eigenen Vorteil eine Rolle spielen“ – und das könne er ausschließen. Werbung für Nestlé sieht er in dem Clip nicht: „Es sind ja keine Nestlé-Produkte in dem Video zu sehen.“

          Dagegen hatte der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter getwittert, es gehe gar nicht, „sich als Ministerium so eng an eine Firma zu binden. Warum nicht auch mit den Wettbewerbern von Nestlé? Warum überhaupt?“. Die CDU-Ernährungspolitikerin Katharina Landgraf nannte das Video „nicht so geschickt“. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg prüft mehrere Beschwerden wegen Schleichwerbung.

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