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SPD-Führung : Kühnert auf dem Weg

SPD-Politiker Kevin Kühnert Bild: dpa

Kevin Kühnerts Ziel, der Bundestag, ist der beste Weg, um die SPD-Führung weiter rutschen zu lassen. In wessen Richtung? Dumme Frage.

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          In der SPD ist unter der Doppelspitze, wie nicht anders zu erwarten, die Führung der Partei ins Rutschen geraten. In wessen Richtung? Es lief zunächst und für ihn unverhofft auf Fraktionschef Rolf Mützenich hinaus. Es traf sich gut, dass das Ruder dadurch nach links ausschlug.

          Schon dabei spielte die Berliner SPD wenigstens gerüchteweise eine Rolle: Mützenich soll Eva Högl auch deshalb zur Wehrbeauftragten gemacht haben, damit auf der Berliner SPD-Liste für die Bundestagswahl mehr Manövrierraum entstehe.

          Die Berliner Luft ist ohnehin sehr dünn. Michael Müller, der Regierende Bürgermeister, macht den Weg für Franziska Giffey frei. Ihm wird deshalb nachgesagt, er suche nach einem rettenden Weg in den Bundestag.

          Müllers etwas unrühmlicher Abgang ließe sich bestenfalls versüßen durch die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. Aber auch die ist ihm nicht sicher, seit Kevin Kühnert ein Berliner Mandat anstrebt. Ausgerechnet in Müllers Bezirk bewirbt er sich um ein Direktmandat und könnte mit ihm auch noch auf der Landesliste konkurrieren.

          Da die SPD-Musik weiterhin in der Bundestagsfraktion spielen wird, ist Kühnerts Ziel der beste Weg, um die SPD-Führung weiter rutschen zu lassen. Nachdem Kühnert sie schon mit Hilfe der Jusos in seinem Sinne geformt hatte, erübrigt sich die Frage, in wessen Richtung das geschieht.

          Was kommt als Nächstes? Ein Machtwort zur Kanzlerkandidatur? Auch dazu sind schließlich Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nicht bereit oder in der Lage. Und auch Olaf Scholz wartet auf ein Wort Kevin Kühnerts.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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