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Emnid-Umfrage : SPD fällt auf Allzeittief

  • Aktualisiert am

SPD-Chefin Andrea Nahles und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer Bild: dpa

Die SPD verliert in der Wählergunst weiter an Zustimmung und kommt laut einer Umfrage nur noch auf 14 Prozent. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer will die große Koalition trotzdem fortsetzen.

          Die SPD stürzt laut einer Umfrage auf ein neues Allzeittief von 14 Prozent. Sie erreicht damit laut der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für „Bild am Sonntag“ einen Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Nach dem angekündigten Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel als CDU-Vorsitzende stieg die Zustimmung für die Union leicht an. Derzeit würden laut der Umfrage 25 Prozent CDU oder CSU wählen, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

          Zulegen können abermals die Grünen, die einen weiteren Prozentpunkt gewinnen und mit jetzt 21 Prozent klar auf Platz 2 stehen. Das ist der höchste Wert für die Grünen seit mehr als sieben Jahren. Die AfD kommt auf 15 Prozent (minus eins). Die Linke erreicht wieder zehn Prozent, die FDP verliert einen Punkt auf jetzt neun Prozent.

          „In der Opposition kann man nix umsetzen“

          Vor der SPD-Vorstandsklausur warb die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer für eine weitere Regierungsbeteiligung ihrer Partei in der großen Koalition. „In einer Koalition muss man Kompromisse eingehen. Trotzdem gilt: In der Opposition kann man nix umsetzen“, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende der „Bild am Sonntag“.

          Der aktuelle Koalitionsvertrag enthalte überproportional viele SPD-Projekte, sagte Dreyer. Sie rief ihre Parteikollegen zu mehr Selbstbewusstsein auf: „Wir müssen uns in der Politik für soziale Gerechtigkeit nicht neu erfinden, aber selbstbewusst zeigen, was wir erreicht haben.“

          SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht eine Zusammenarbeit seiner Partei mit den Grünen als „politische Idealkonstellation“ an. „Ich bin ein Kind der rot-grünen Zeit unter Gerhard Schröder, erst in Niedersachsen, später im Bund“, sagte Klingbeil der „Welt am Sonntag“. „Und ich bin davon überzeugt, dass rot-grüne Politik die beste Politik für dieses Land ist.“

          Für seine Partei sieht Klingbeil weiter eine Zukunft als Volkspartei: „Ob die SPD Volkspartei ist und bleibt, entscheidet allein die SPD“, sagte er in dem Interview. „Wir haben den Anspruch, Politik für die Mehrheit der Menschen zu machen.“ Die SPD werde „nie eine Nischenpartei sein“.

          Die SPD-Spitze kommt ab Sonntagabend zu einer Klausur im Willy-Brandt-Haus zusammen. Präsidium und Vorstand wollen unter anderem über Projekte aus dem Koalitionsvertrag diskutieren. Die SPD hadert nach wie vor mit der großen Koalition und will die Union auf einen möglichst konkreten Fahrplan für die kommenden Monate festlegen.

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