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Berlins Bürgermeister : Ausgemüllert in der Hauptstadt?

Kandidiert gegen ihren Chef: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und seine Staatssekretärin Sawsan Chebli Bild: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister will auf einem SPD-Ticket in den Bundestag. Doch seine eigene Partei bremst Michael Müller aus. Sogar von Mobbing ist die Rede.

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          Wird hier ein verdienter Politiker von der eigenen Partei gnadenlos gemobbt? Oder versucht eine Riege alter Männer, eine hoffnungsvolle Nachwuchspolitikerin auszubooten? Fehlt es an Respekt und Dankbarkeit gegenüber einem Förderer, oder soll ein Weltbild aus den fünfziger Jahren bewahrt werden, nach dem sich Frauen bitte hinter den Männern anzustellen haben? Diese Fragen bewegen die Berliner SPD seit Wochen. Die Hauptrollen in der jüngsten Aufführung aus dem Reigen der Berliner Parteipossen spielen der Regierende Bürgermeister Michael Müller, 55, seine Staatssekretärin Sawsan Chebli, 42, und der Juso-Chef und SPD-Bundesvize Kevin Kühnert, 31. Tragende Nebenrollen nehmen Familienministerin Franziska Giffey und der Berliner Fraktionschef Raed Saleh ein.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Das Drehbuch sah allerdings Anfang des Jahres noch anders aus. Es versprach ein ganz neues Stück für die Berliner SPD zu werden: ein geordneter Machtwechsels. Damals hatte Michael Müller, zugleich Landesvorsitzender, seinem langjährigen Gegenspieler, Fraktionschef Saleh, sowie Franziska Giffey, der Hoffnungsträgerin der Berliner SPD, kundgetan, dass er den Landesvorsitz an beide abgeben wolle. Im Januar traten die drei gemeinsam vor die Presse, um klarzumachen, wie gut und professionell sie diesen Wechsel hinbekommen würden.

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