https://www.faz.net/-gpf-a3d6a

Berlins Bürgermeister : Ausgemüllert in der Hauptstadt?

Kandidiert gegen ihren Chef: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und seine Staatssekretärin Sawsan Chebli Bild: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister will auf einem SPD-Ticket in den Bundestag. Doch seine eigene Partei bremst Michael Müller aus. Sogar von Mobbing ist die Rede.

          3 Min.

          Wird hier ein verdienter Politiker von der eigenen Partei gnadenlos gemobbt? Oder versucht eine Riege alter Männer, eine hoffnungsvolle Nachwuchspolitikerin auszubooten? Fehlt es an Respekt und Dankbarkeit gegenüber einem Förderer, oder soll ein Weltbild aus den fünfziger Jahren bewahrt werden, nach dem sich Frauen bitte hinter den Männern anzustellen haben? Diese Fragen bewegen die Berliner SPD seit Wochen. Die Hauptrollen in der jüngsten Aufführung aus dem Reigen der Berliner Parteipossen spielen der Regierende Bürgermeister Michael Müller, 55, seine Staatssekretärin Sawsan Chebli, 42, und der Juso-Chef und SPD-Bundesvize Kevin Kühnert, 31. Tragende Nebenrollen nehmen Familienministerin Franziska Giffey und der Berliner Fraktionschef Raed Saleh ein.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Das Drehbuch sah allerdings Anfang des Jahres noch anders aus. Es versprach ein ganz neues Stück für die Berliner SPD zu werden: ein geordneter Machtwechsels. Damals hatte Michael Müller, zugleich Landesvorsitzender, seinem langjährigen Gegenspieler, Fraktionschef Saleh, sowie Franziska Giffey, der Hoffnungsträgerin der Berliner SPD, kundgetan, dass er den Landesvorsitz an beide abgeben wolle. Im Januar traten die drei gemeinsam vor die Presse, um klarzumachen, wie gut und professionell sie diesen Wechsel hinbekommen würden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Prominenz ohne Abstand auf der Ehrentribüne des FC Bayern: unter anderem mit Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer (rechts daneben)

          Aufregung um FC Bayern : Münchner Eigentor

          Dass die Funktionäre des selbstverliebten FC Bayern gegen das Hygienekonzept der Bundesliga verstoßen und sich so Millionen Menschen präsentieren, ist unfassbar naiv. Oder eine gezielte Provokation?