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Nach Asyl-Kompromiss der Union : SPD attackiert Seehofer: Schlecht vorbereitet, Amtsende absehbar

  • Aktualisiert am

Thomas Oppermann und seine Kollegen von der SPD attackieren nach dem Unionskompromiss im Asylstreit nun Bundesinnenminister Horst Seehofer. Bild: dpa

Die Unionsparteien haben ihren Asyl-Streit beigelegt. Nun ist der Koalitionspartner SPD am Zug. Die Sozialdemokraten attackieren Innenminister Seehofer aufs Schärfste.

          Nach der Beilegung des Asylstreits der Unionsparteien sind SPD-Politiker überaus verärgert über den Bundesinnenminister, CSU-Chef Horst Seehofer. „Ich glaube nicht, dass Horst Seehofer noch lange im Amt bleibt. Dass er überhaupt noch Minister ist, verdankt er nur der Schwäche von Angela Merkel“, sagte Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstag).

          Der rheinland-pfälzische Innenminister und SPD-Landeschef Roger Lewentz sagte: „Horst Seehofer kommt wie ein politischer Zockerspieler daher, dem es in erster Linie um sein eigenes bayerisches Ego geht. Schon bei der jüngsten Innenministerkonferenz hat er gegenüber seinem Vorgänger Thomas de Maizière einen sehr unvorbereiteten Eindruck hinterlassen. Gerade in Sicherheitsthemen ist das fahrlässig.“

          Ein noch schärferes Zitat lieferte der „Welt“ (Online) ein SPD-Politiker, der dabei aber nicht namentlich genannt werden wollte: „Wir überlegen noch, wie wir dem Seehofer am besten eins in die Fresse geben können.“

          Seehofer hatte im Streit über den Umgang mit Flüchtlingen, die von einem anderen EU-Land aus nach Deutschland kommen, die Konfrontation mit der Kanzlerin gesucht. Der Konflikt brachte das Bündnis der Unionsparteien und damit die Regierung insgesamt an den Rande des Bruchs. CDU und CSU einigten sich schließlich aber auf einen Kompromiss, zu dem sie nun die Zustimmung der SPD verlangen – die sieht aber nur eine Scheinlösung.

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