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Nahles-Auftritt im Kloster : Wissen, wann man was Neues anfängt

  • -Aktualisiert am

Andrea Nahles am Montagabend neben Subprior Pater Albert vor ihrem Vortrag im Kloster Maria Laach. Bild: dpa

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Rücktritt vom SPD-Parteivorsitz spricht Andrea Nahles im Kloster über Gleichberechtigung und macht eine Ansage in Richtung der AfD. Auf eine Frage geht sie allerdings nicht ein.

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          Andrea Nahles hat bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit ihrem Rücktritt vom SPD-Parteivorsitz für mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern geworben und vor einem „Roll-Back“ gewarnt. „Es geht wieder rückwärts“, sagte Nahles bei einer Rede am Montagabend im rheinland-pfälzischen Kloster Maria Laach. So sei etwa im Bundestag die Zahl der weiblichen Abgeordneten im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode von 36 Prozent auf nun 30 Prozent gesunken. In deutschen Unternehmen sei die Situation noch ungleicher.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Nahles sprach vor etwa 200 Zuhörern zum Thema „Das Grundgesetz: Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Es war ihre erster öffentlicher Auftritt seit ihrem Rücktritt als SPD-Parteivorsitzende Anfang Juni. Zuletzt hieß es, im September werde sie auch ihr Bundestagsmandat abgeben. Gefragt zu ihrer Zukunft im Bundestag sagte Nahles am Montag, die Frage werde sich „zügig in absehbarer Zeit“ beantworten. Und: Man müsse auch wissen, wann man „was Neues anfangen muss“. Auf die Frage eines Journalisten, wie es ihr gehe, ging sie nicht ein.

          Drei Kernelemente für eine starke Demokratie

          In ihrer Rede nannte sie drei „Kernelemente“, die für eine starke Demokratie notwendig seien. Symbole wie die Staatsflagge, weiterhin ein „starkes Fundament“ wie das Grundgesetz sowie Menschen, die sich für die Demokratie einsetzten. „Wir lassen uns Schwarz-Rot-Gold nicht von den Rechtspopulisten nehmen“, sagte Nahles in Richtung der AfD.

          Ihren Parteifreunden hatte sie bei der Ankündigung ihres Rücktritts im Juni geschrieben: „Bleibt beieinander und handelt besonnen. Und: „Ich hoffe sehr, dass es Euch gelingt, Vertrauen und gegenseitigen Respekt wieder zu stärken und so Personen zu finden, die ihr aus ganzer Kraft unterstützen könnt.“ Danach war es ruhig um Nahles geworden.

          In Maria Laach sprach sie anlässlich einer Ausstellung über Konrad Adenauer, diese trägt den Titel: „Glaube und Politik – Konrad Adenauer und die Abtei Maria Laach“. Als der katholische Adenauer 1933 aus Köln vor den Nationalsozialisten fliehen musste, fand er für ein Jahr „Unterschlupf“ (Nahles) in dem Benediktinerkloster, das damals von einem Schulfreund Adenauers geleitet wurde. Eine Ausstellung im Kloster gibt darüber noch bis Mitte Oktober Auskunft.

          Nahles stammt aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Klosters in der Eifel; 1970 wurde sie in Mendig geboren, weiterhin lebt sie in der Region. Sie ist praktizierende Katholikin, engagierte sich erst in der Kirche und dann in der Politik. „Ich wäre nie in der SPD gelandet, wenn ich nicht zuvor eine christliche Prägung erfahren hätte. Ich habe mich in der SPD eher in der Gefolgschaft von Jesus Christus wiedergefunden, und zwar wegen dem Parteiprogramm und dem, was die SPD verkörpert. Christsein ist nicht das Ritual, sonntags in die Kirche zu gehen“, sagte sie bereits 2009 in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit neun Jahren wurde sie Messdienerin und im Alter von 14 Jahren ging sie in eine ökumenische Jugendgruppe. „Das waren frühe Prägungen, sie haben meinen Wertekodex bestimmt. Und daraus leite ich mein politisches Engagement ab“, sagte sie damals.

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