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Kommentar zu Jens Spahn : CDU-Schablonen

Bester Laune: Jens Spahn vergangenen Freitag in Nordhorn. Bild: dpa

Jens Spahn liegt im Rennen um die Merkel-Nachfolge hinten. Hilft ihm der persönliche Angriff auf seine Gegner? In Hamburg wird etwas anderes den Ausschlag geben.

          Den Delegierten des Hamburger CDU-Parteitags bieten die Schablonen wenig Orientierung, die den Kandidaten für die Merkel-Nachfolge bislang übergestülpt wurden: „konservativ“ (Spahn), „Anti-Merkel“ (Merz) und „Merkel 2.0“ (Kramp-Karrenbauer). Keiner der drei Bewerber will bislang Entscheidungen der Merkel-Zeit als großen Fehler kritisieren oder über den grünen Klee loben. Für eine große Steuerreform haben sich alle drei schon ausgesprochen. Auch in der Außen- und Europapolitik liegen sie nicht weit auseinander. Fast identisch sind außerdem die Koalitionsaussagen (Grüne ja, AfD nein).

          Allein in der Gesellschaftspolitik lassen sich Unterschiede erkennen, aber gerade da verkehren sich die Fronten: Der angeblich „konservative“ Spahn, darauf hat er nun noch einmal hingewiesen, ist da fortschrittlicher als die angeblich „linke“ Kramp-Karrenbauer. Ob es Spahn hilft, darüber die persönliche Auseinandersetzung zu suchen, wie er es jetzt getan hat, darf bezweifelt werden. Denn in Hamburg wird voraussichtlich ein Kriterium den Ausschlag geben: Integrationskraft durch Erfahrung.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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