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Ankündigung von Spahn : Impfangebot für alle Deutschen schon im Juni?

  • Aktualisiert am

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Bild: dpa

Können sich im Frühsommer schon alle Bürger impfen lassen? Dazu hat sich nun Gesundheitsminister Jens Spahn geäußert. Er zeigt sich optimistisch.

          4 Min.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Montag in einer virtuellen Sitzung der Unionsfraktion in Aussicht gestellt, dass „wohl Ende des zweiten Quartals“ dieses Jahres allen an einer Impfung interessierten Bürgern eine Impfung angeboten werden könne. Das erfuhr die F.A.Z. aus Unionskreisen. Das zweite Quartal endet am 30. Juni.

          Zuvor war schon bekannt geworden, dass Spahn die Möglichkeit prüfen lässt, die beim Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer vorgesehene zweite Impfung zeitlich zu strecken, um mit der Impfung von mehr Menschen starten zu können. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) solle nach Sichtung entsprechender Daten dazu eine Empfehlung abgeben, heißt es in einem Schreiben des Gesundheitsministeriums, das am Montag verschiedenen Nachrichtenagenturen vorlag.

          Zuvor hatte es Kritik an der Impfstrategie der Bundesregierung und dem Vorgehen Spahns gegeben. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich einzuschalten. Deutschland stehe beim Impfen im Vergleich mit anderen Ländern schlechter da, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Die Schuld hierfür gab Klingbeil Spahn.

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          Länder außerhalb der EU wie die Vereinigten Staaten und Großbritannien hatten Impfstoffe nach weniger umfangreichen Prüfungen Notfallzulassungen erteilt und begannen früher mit dem Impfen. Die Umsetzung läuft in Deutschland über die Länder, die jeweils eigene Regelungen haben. „Wir sehen in diesen Tagen, dass es chaotische Zustände gibt“, sagte Klingbeil. Er forderte „eine nationale Kraftanstrengung“ unter der Leitung Merkels und wiederholte die Forderung, alle Pharmaunternehmen an einen Tisch zu rufen, um auszuloten, wie Kooperationsverträge aussehen könnten. Die Suche nach weiteren Produktionsmöglichkeiten für den einzigen in der EU bisher zugelassenen Impfstoff von Biontech läuft allerdings bereits.

          Regierungssprecher Steffen Seibert verteidigte unterdessen die Entscheidung der Bundesregierung für eine Beschaffung des Corona-Impfstoffs durch die EU. Die Bundesregierung stehe hinter dieser „Grundsatzentscheidung“, sagte er am Montag in Berlin. „Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist“, sagte er weiter und ergänzte: „Ja, die Ungeduld, die viele Fragen, die Bürger jetzt stellen, sind verständlich.“ Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministerium sagte dazu: „Dass es jetzt am Anfang knapp sein würde mit dem Impfstoff, das war von Anfang an klar.“

          Biontech will Produktionskapazität verdoppeln

          Das Gesundheitsministeriums versucht also nun offenbar, die Impfkapazitäten kurzfristig zu erhöhen. In dem am Montag öffentlich gewordenen Schreiben des Gesundheitsministeriums, über das zunächst der „Spiegel“ berichtet hatte, wird auf die in Großbritannien geübte Praxis verwiesen, den zeitlichen Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung weit über die in der Zulassung maximal vorgesehenen 42 Tage hinaus zu verlängern.

          „Eine solche Entscheidung in Abweichung von der Zulassung bedarf einer vertieften wissenschaftlichen Betrachtung und Abwägung“, heißt es in dem Papier des Ministeriums. In dem Schreiben befürwortet das Ressort von Spahn zudem abermals die Möglichkeit, wegen der „Über-Füllung“ der Fläschchen mit dem Biontech-Impfstoff daraus jeweils Dosen für sechs statt der zunächst vorgesehenen fünf Impfungen zuzulassen – wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

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