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Sozialdemokratie : Schröder warnt die SPD vor einem Linksruck

  • Aktualisiert am

Schröder und Vogel bei der Preisverleihung in Berlin Bild: dpa

Die SPD darf die politische Mitte nicht räumen, findet der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder. „Die SPD kann nur dann mehrheitsfähig sein, wenn sie in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und diese nicht verlässt.“

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          Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat seine Partei vor einem Linkskurs gewarnt. „Die SPD kann nur dann mehrheitsfähig sein, wenn sie in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und diese nicht verlässt“, sagte Schröder am Donnerstag bei einer Preisverleihung an den früheren SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Hans-Jochen Vogel in Berlin. Eine Ausrichtung auf die Mitte sei das Fundament für die sozialdemokratischen Wahlerfolge in den siebziger Jahren und unter seiner Kanzlerschaft nach 1998 gewesen. „Dieses Fundament darf die Partei nicht verlassen, wenn sie erfolgreich bleiben will. Denn die SPD ist die Partei des aufgeklärten Bürgertums.“

          Nach Schröders Worten darf es sich die SPD nicht gefallen lassen, dass sich Union und FDP als „bürgerliches Lager“ definierten. Dahinter stecke der Versuch, die Sozialdemokraten auszugrenzen. Mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit habe diese Einteilung nichts zu tun. Deshalb müsse sich die SPD solchen Versuchen entschieden widersetzen.

          Schröder dankte Vogel ausdrücklich für dessen persönliche Unterstützung bei der vor genau fünf Jahren auf den Weg gebrachten Agenda 2010. Vogel sprach dem Altkanzler wegen dieses Schritts „gerade heute“ besondere Anerkennung aus. Neben der Ablehnung des Irak-Kriegs gegen den Widerstand von großen Teilen der Opposition und der veröffentlichten Meinung in Deutschland verdiene die Entscheidung für die Agenda besonderen Respekt, sagte Vogel. Er erhielt den nach dem früheren Berliner SPD-Bürgermeister Heinrich Albertz benannten „Friedenspreis“ der Arbeiterwohlfahrt.

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