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Nach Anschlag in Halle : Deutsche spüren wachsenden Antisemitismus

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„Nie wieder“ steht auf einer Kerze vor der Synagoge in München. Hunderte Menschen hatten dort am 11. Oktober eine Menschenkette gebildet, um Solidarität nach den Angriffen in Halle/Saale zu zeigen. Bild: dpa

Breitet sich Judenfeindlichkeit aus? Laut einer Umfrage sehen das mittlerweile fast zwei Drittel der Deutschen so. Bei den Anhängern einer Partei sieht das Bild etwas anders aus.

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          Nach dem rechtsextremen Anschlag auf eine Synagoge in Halle ist eine Mehrheit von 59 Prozent der Wahlberechtigten der Meinung, dass sich Antisemitismus in Deutschland ausbreitet. Das sind deutlich mehr als noch vor einem Jahr (40 Prozent), wie eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap für den Deutschlandtrend des ARD-Morgenmagazins ergab.

          Ein gutes Drittel (35 Prozent) der Bundesbürger registriert demnach keine steigende Judenfeindlichkeit; 2018 waren noch 51 Prozent dieser Meinung.

          Die Anhänger von Union, FDP, SPD, Linke und Grünen sehen laut der Umfrage zu zwei Dritteln und mehr eine Zunahme des Antisemitismus. Die Meinung der AfD-Anhänger in der Befragung war zweigeteilt: 47 Prozent stellen eine Zunahme der Judenfeindlichkeit fest, 48 Prozent nicht.

          Befragt wurden vom 14. bis 16. Oktober 1.062 Wahlberechtigte. Die konkrete Frage lautete: „In letzter Zeit wird häufiger gesagt, dass sich in Deutschland Antisemitismus, also Judenfeindlichkeit, ausbreite. Sehen Sie das auch so oder nicht?“

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          In Halle in Sachsen-Anhalt hatte ein 27 Jahre alter Deutscher am Mittwoch vergangener Woche versucht, sich mit Waffengewalt Zutritt zu einer Synagoge zu verschaffen. Als dies misslang, tötete er eine Passantin und später einen Mann in einem Döner-Imbiss. Der Mann hat die Tat gestanden und rechtsextremistische sowie antisemitische Motive angegeben. In der Synagoge hielten sich mehr als 50 Menschen auf, um den jüdischen Feiertag Jom Kippur zu begehen.

          Vor dem Attentat von Halle schätzte das Bundeskriminalamt (BKA) die Gefährdung für Synagogen und andere jüdische Einrichtungen durch Rechtsextremisten ähnlich hoch ein wie die Bedrohung durch radikale Islamisten. Nach dpa-Informationen heißt es in einer Einschätzung des BKA zum Rechtsextremismus aus dem Juni 2018, die Bedrohungslage sei „vergleichbar“ mit der durch den islamistischen Terrorismus.

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