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Werbeverbot für Abtreibungen : Routine des Todes

Untersuchung einer Schwangeren Bild: Picture-Alliance

Während die Impfung zu einer Großgefahr aufgebauscht wird, ist der erhebliche Eingriff zur Beendigung des Lebens zur stillen Routine geworden. Das hat Folgen.

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          Es ist gut, wenn das Strafgesetzbuch nur das Nötigste enthält, und richtig, auch über die Abschaffung von Strafnormen nachzudenken, die nicht (mehr) nötig sind. Das Werbungsverbot für Schwangerschaftsabbrüche zählt nicht dazu. Es ist ein wichtiger Baustein zum Schutz des ungeborenen Lebens. Informationen über Abtreibungen sind nicht verboten und überall erhältlich. Das unlängst schon abgeschwächte Werbeverbot verdeutlicht genauso wie die Beratungspflicht den Wert des Lebens.

          Unbestritten wird eine Entscheidung für die Abtreibung eines Kindes nicht leichtfertig getroffen. Doch der Bundesjustizminister macht es sich zu einfach, schon daraus gleichsam eine Pflicht zur Abschaffung des Werbeverbots abzuleiten. Auch der freiheitliche Staat muss die Bedeutung dieses Eingriffs klar machen (und sollte auch die Männer an ihre Verantwortung erinnern). Keine Frau macht sich strafbar, wohl aber spielen Ärzte und Beratungsstellen eine wichtige Rolle. Von ihnen muss Hinwendung zum Leben, Zuspruch und Hilfe erwartet werden. Leider ist schon jetzt nicht selten das Gegenteil der Fall.

          Während die Impfung zum Schutz vor einer gefährlichen Pandemie zu einer Großgefahr aufgebauscht wird, ist der erhebliche Eingriff zur Beendigung des Lebens zur stillen Routine geworden. Am Ende könnte die völlige Freigabe der Abtreibung stehen. Das hätte Folgen für den Wert des Lebens – und damit für unseren Umgang miteinander.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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