https://www.faz.net/-gpf-9glud

Oberstleutnant verurteilt : Hitlergruß bei der Bundeswehr-Eliteeinheit

  • Aktualisiert am

Die Anforderungen an Mitglieder der Spezialkräfte sind hoch – hier marschiert ein Trupp bei der Klimazonenausbildung durch die Wüste. Bild: dpa

Auf einer Abschiedsparty für einen Oberstleutnant des KSK fallen stark alkoholisierte Soldaten durch martialische Spiele und rechtsextreme Musik auf. Zwei Männer sollen zudem den Hitlergruß gezeigt haben.

          Bei einer Party der Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) im April 2017 soll ein Oberstleutnant mehrmals den Hitlergruß gezeigt haben. Das berichtet „Spiegel Online“ mit Verweis auf ein Strafbefehl des Amtsgerichts Böblingen. Dieses soll den Soldaten Pascal D. wegen des Verwendens von Kennzeichen verbotener Organisationen zu einer Geldstrafe von 4000 Euro verurteilt haben. Außerdem ermittle die Staatsanwaltschaft wegen desselben Vergehens gegen einen weiteren Soldaten.

          Auf der Abschiedsparty für Pascal D. habe es laut einer Zeugin mittelalterliche Parcours mit Disziplinen wie Schweinekopfwerfen gegeben. Alle Soldaten seien dabei stark alkoholisiert gewesen. Zudem soll Musik der rechtsextremen Band „Sturmwehr“ gespielt worden sein. Dabei hätte der Oberstleutnant mehrmals am Abend den Hitlergruß gezeigt.

          Nach Angaben von „Spiegel Online“ hatten interne Ermittlungen der Bundeswehr schon zuvor festgestellt, dass die Abschiedsfeier für den Elitesoldaten geschmacklos gewesen sei. Aber: „Nach mehreren Dutzend Vernehmungen haben sich die Vorwürfe auf verfassungsfeindliche Äußerungen in Wort und Tat bis heute nicht bestätigt“, so eine Stellungnahme aus dem Herbst 2017. Innerhalb der Truppen wurden demnach bisher nur mehrere Teilnehmer der Party versetzt. Pascal D. sei nicht bestraft worden. Das Heer habe die Zeugin Ines B. als „Escort-Dame“ und damit unglaubwürdig eingestuft. Die zivilen Fahnder schätzten ihre Aussagen jedoch als glaubwürdig ein.

          Laut einem Insider gelte Pascal D. als Held in der Truppe, da er bei einer Operation in Afghanistan einen verwundeten Kameraden aus einem Gefecht gerettet haben soll. Außerdem sei er trotz der strengen Geheimhaltung der Identitäten von KSK-Soldaten mit seinem Klarnamen bei Kickbox-Wettbewerben unter dem Spitznamen „Der Leutnant“ angetreten.

          Weitere Themen

          SPD wieder zweitstärkste Partei

          Emnid-Umfage : SPD wieder zweitstärkste Partei

          Die Sozialdemokraten sind nach ihren sozialpolitischen Vorschlägen laut einer Umfrage wieder an den Grünen vorbeigezogen. Sie bleiben aber weiterhin unter 20 Prozent.

          Proteste gegen Sicherheitskonferenz Video-Seite öffnen

          Tausende auf der Straße : Proteste gegen Sicherheitskonferenz

          Sorge vor einem neuen nuklearen Wettrüsten, Dauerkonflikte im Nahen Osten und eine wankende Weltordnung: Die Teilnehmer der Demonstrationen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben viele Gründe, ihren Protest auf die Straße zu tragen.

          Topmeldungen

          Geht es Arbeitnehmern wirklich so schlecht?

          Ausgebeutete Arbeitnehmer? : Der Markt ist klüger als die SPD

          Arbeitnehmer haben heute so viel Macht wie selten zuvor. So manchen Arbeitgeber treiben sie gar zur Verzweiflung. Nur: Wer sagt das jetzt den Sozialdemokraten? Die sprechen weiter von Gerechtigkeitslücken, die geschlossen werden müssen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.