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Bewerbung um Parteivorsitz : Söder will an Seehofer als Innenminister festhalten

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Markus Söder am Montag im bayerischen Landtag Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist bislang der einzige Bewerber um das Amt des CSU-Vorsitzenden. Nun stellte er seine Vision für die Zukunft der Partei vor – und Manfred Weber erklärte, warum er nicht antreten will.

          Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will sich als CSU-Vorsitzender für eine stabile und konstruktive Zusammenarbeit seiner Partei mit den Regierungspartnern auf Bundesebene einsetzen. „Wir müssen Stabilisierungsfaktor sein von Regierungen“, sagte Söder am Montag in München. „Es ist wichtig, konstruktiv und stabil da zusammenzuarbeiten.“

          Söder hatte seine Kandidatur für den CSU-Vorsitz am Sonntag angekündigt, knapp 48 Stunden nach Bekanntgabe des Rücktrittstermins von Horst Seehofer. Am 19. Januar soll der neue Parteichef auf einem Sonderparteitag der CSU in München gewählt werden. Bislang ist Söder der einzige Bewerber.

          Söder will Stabilität und Kontinuität

          Am Montag lobte er die Entscheidung Seehofers, den Parteivorsitz abzugeben: „Ich finde schon, das hatte entsprechend Stil.“ An Seehofer als Bundesinnenminister will Söder festhalten. Der Wunsch nach Stabilität und Kontinuität gelte auch auf der personellen Ebene. Im Zusammenhang mit Seehofers Rückzugsankündigung vom Parteivorsitz waren in der CSU Forderungen aufgekommen, der 69 Jahre alte Politiker müsse sich auch als Bundesinnenminister zurückziehen. 

          Mit Blick auf die künftige Aufgabenteilung kündigte Söder an, man werde „gemeinschaftlich schauen“, wie man die bestmögliche Aufstellung finde. Alle hätten inzwischen ja ihre Erfahrungen gesammelt. „Da werden wir den richtigen Weg miteinander finden“, sagte der CSU-Politiker.

          Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber, der zuvor auch als möglicher Kandidat für den Parteivorsitz gehandelt worden war, erklärte am Montag in Berlin, warum er sich gegen eine Kandidatur entschieden hat. „Man kann nicht halb schwanger sein“, sagte er. Er wolle sich voll auf die Europawahl im kommenden Jahr konzentrieren. Anfang November war er in Helsinki zum Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP) gekürt worden.

          „Ein hochkooperatives Miteinander“

          Söder versprach Weber am Montag die volle Unterstützung im anstehenden Europawahlkampf. Der Schwesterpartei CDU sicherte er „ein hochkooperatives Miteinander“ zu, sollte er zum Parteivorsitzenden gewählt werden. Die Konflikte zwischen CDU und CSU bezeichnete Söder als die schwierigsten Phasen der zurückliegenden Wahlkämpfe.

          Als CSU-Vorsitzender wolle er mit der Partei ein neues Lebensgefühl entwickeln, das mehr Optimismus ausstrahle. Die CSU solle künftig auch jene Menschen stärker ansprechen, die neu seien in Bayern. Insgesamt müsse die Partei jünger und auch weiblicher werden, kündigte der 51 Jahre alte Politiker an. „Die Zeit von One-Man-Shows gibt es nicht mehr.“

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