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Putin und die AfD : Kalt im Herzen

Kaschieren die Spaltung der Partei leidlich: die Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel Bild: EPA

Die AfD will die Abstiegsängste vieler Bürger angesichts von Inflation und Energiekrise für sich nutzen. Ihre Erzählung: Schuld an der Misere ist nicht Wladimir Putin, sondern die Bundesregierung. Kann das verfangen?

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          Eine Sache hat die AfD den Regierungsparteien voraus: Ihre Strategie steht fest. Während SPD, Grüne und FDP bei jedem Entlastungspaket aufs Neue erst einmal über die grundsätzliche Richtung ihrer Politik diskutieren müssen, wie gerade beim Vorschlag von Finanzminister Lindner zum Abbau der kalten Progression, trommelt die AfD seit Monaten in ungewohntem Gleichtakt. Die Partei hofft, die Abstiegsängste vieler Bürger angesichts von Inflation und Energiekrise nutzen zu können, um der langen Strecke von Wahlniederlagen ein Ende zu setzen. Die Bevölkerung ist in Sorge – und für die Partei soll sich das auszahlen.

          Das Rezept, nach dem die AfD vorgeht, ist bekannt und erprobt. Die Ängste in der Bevölkerung heizt sie mit Endzeitszenarien weiter an, die Verantwortung für Krisen schiebt sie allein den etablierten Parteien zu. Übersetzt in die Sprache der aktuellen Lage heißt das: Deutschland steht unmittelbar vor der Massenverarmung. Und: Schuld daran ist nicht Wladimir Putin, sondern die Bundesregierung.

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