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Smartphones in Deutschland : So viele können die Corona-App überhaupt nutzen

Um einzugrenzen, wie viele iPhone-Nutzer die Corona-App wohl nicht nutzen können, braucht es abermals den Umweg über die Verteilung der in Betrieb befindlichen Versionen des Betriebssystems. Nach Angaben von Apple nutzen in Deutschland Stand Ende Januar dieses Jahres immerhin 70 Prozent aller mobilen Geräte Yukon, 23 Prozent haben die Vorgängerversion Peace installiert und weitere sieben Prozent noch ältere Versionen. Demnach wären mindestens 7,8 Millionen iPhone-Nutzer in der Lage, ihr Gerät so zu aktualisieren, dass sie die Corona-App installieren könnten.

Apple und Google sollen nacharbeiten

Einiges spricht dafür, dass dies die untere Grenze der möglichen Corona-App-Nutzer bei den iPhone-Besitzern darstellt. Zum einen legt die Analyse von Statcounter nahe, dass inzwischen mehr Nutzer ihre Geräte aktualisiert haben. Die Branchenanalyse weist den Anteil der Yukon-Nutzer höher aus, bei nunmehr 78 Prozent. Damit wäre der Kreis derer, die lediglich auf die aktuellste Version aktualisieren müssten, größer. Er betrüge nicht mehr nur 7,8 Millionen, sondern bereits 8,7 Millionen Nutzer in Deutschland. Zum anderen legt eine andere Zahl von Apple, ebenfalls Stand Ende Januar, nahe, dass viele Nutzer älterer, aber nicht zu alter Geräte mit einer veralteten Version des Betriebssystems unterwegs sind, obwohl sie technisch auf die neueste Fassung aufrüsten könnten – dies aber aus Bequemlichkeit, Unkenntnis oder der Sorge vor schlechterer Leistung oder Datenverlust nicht tun. Apple gab zu Jahresbeginn nämlich auch an, welche Betriebssysteme die Mobilgeräte nutzen, die in den vergangenen vier Jahren eingeführt wurden – sie verfügen schließlich alle über die technischen Voraussetzungen, um selbst die aktuellste Version von iOS zu installieren. Allerdings betreiben Apple zufolge 23 Prozent dieser Nutzer ihr Gerät mit einer überholten Version, also Peace oder älter.

Wenn die unterschiedlichen Marktanalysen die Wirklichkeit einigermaßen akkurat abbilden, dann müssten in Deutschland zwischen 49,8 und 50,7 Millionen Menschen technisch in der Lage sein, die „Corona-Warn-App“ zu nutzen – wenn sie es denn wollen. Wie viele es in der Praxis braucht, damit die Anwendung wirksam neue Infektionen verhindern kann, ist umstritten – doch klar ist, dass mehr Nutzer dazu führen, dass Infektionsketten häufiger und wirksamer unterbrochen werden könnten. Die App des Robert-Koch-Instituts wurde am Dienstagmorgen zum Download bereitgestellt, bis Mittwochabend hatten sie bereits acht Millionen Menschen auf ihr Telefon geladen. Das wären immerhin etwa 14 Prozent all jener, deren Telefon über die nötigen technischen Voraussetzungen verfügen müsste.

Um viele Menschen in Deutschland, die noch über ein älteres Smartphone verfügen, nicht von der Verwendung der App auszuschließen, will die Bundesregierung bei Apple und Google erreichen, dass die Mindestvoraussetzungen heruntergeschraubt werden. Dass ein vergleichsweise neues und damit auch nicht selten teures Smartphone Voraussetzung für die Nutzung der App sei, wurde nach dem Start der Anwendung vielfach kritisiert.

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