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Übersehene Spuren : So verschliefen deutsche Geheimdienste den Fall Wirecard

Schatten, Handys, Wirecard Bild: Reuters

Im Fall Wirecard führt eine Spur zu russischen Agenten, aber BND und Verfassungsschutz haben nichts bemerkt. Dabei gab es Grund zum Argwohn.

          4 Min.

          Zwei Fakten zum Wirecard-Skandal. Erstens: Berufene deutsche Geheimdienstkenner schließen nicht aus, dass das untergetauchte Vorstandsmitglied Jan Marsalek mit russischen Agenten in Verbindung gestanden hat. Hinweise darauf hat unter anderem das britische Recherchekollektiv Bellingcat vorgelegt, und wer sich in Deutschland erkundigt, hört immer wieder die Formulierung, die russische These sei „nicht unplausibel“.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Zweitens: Als Bellingcat, die „Financial Times“ und andere die Moskauer Spur längst aufgenommen hatten, lag die deutsche Spionageabwehr im Tiefschlaf. Der Auslandsgeheimdienst BND hielt sich für unzuständig. Die Beobachtung deutscher Dax-Konzerne und ihres Personals stand nicht in seinem Themenheft, dem „Auftragsprofil“, das der Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt, Johannes Geismann, zusammen mit den Staatssekretären mehrerer Ministerien regelmäßig zusammenstellt. Den Kampf gegen Spione in deutschen Unternehmen hielt man für ein Thema des Inlandsgeheimdienstes, also der Verfassungsschutzämter in Bund und Ländern.

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