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Gesundheit bei Flüchtlingen : „Niemand flieht aus Aleppo, um sich die Zähne machen zu lassen“

  • -Aktualisiert am

Notfall oder nicht? Ein Arzt untersucht einen afghanischen Flüchtling Bild: Cornelia Sick

Geflüchtete werden in Deutschland nur in Notfällen vom Arzt behandelt – das Gesundheitssystem soll eigentlich nicht zur Flucht verleiten. Trotzdem nehmen einige Menschen die medizinische Behandlung in Deutschland zum Vorwand.

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          Das ältere syrische Ehepaar kommt gerade aus einem der Behandlungszimmer. Ihren Namen wollen sie nicht preisgeben, ihre Geschichte dagegen schon: Die beiden sind über den Irak, die Türkei und Griechenland nach Deutschland geflohen, seit drei Tagen sind sie jetzt hier, im Patrick-Henry-Village, einem Erstaufnahmezentrum in Heidelberg.

          Anna Vollmer
          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Der Mann leidet an Diabetes und muss regelmäßig Medikamente nehmen, gerade hat er vom Arzt neue Tabletten bekommen. Seine Frau hat schwere Atemprobleme, vor dreißig Jahren sei ihr der rechte Lungenflügel entfernt worden, sagt sie, es sei ihr dennoch ganz gutgegangen – bis zur Flucht. Stress dürfe sie nicht haben, habe der Arzt in Syrien gesagt, aber was heißt das schon, wenn man fliehen muss vor den Bomben und dem Krieg. In zwei Wochen hat die Frau wegen ihrer schwachen Lunge einen Termin in einer nahe gelegenen Klinik. Doch ob ihre Beschwerden überhaupt behandelt werden, dort oder in einer anderen Einrichtung, das ist an diesem Tag noch völlig offen.

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