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Sigmar Gabriel und die SPD : Gute Ratschläge von der Seitenlinie

Wiederholte kritische Einlassungen aus dem Off: früherer SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel Bild: dpa

Sigmar Gabriel plane angeblich schon das Ende seiner politischen Karriere, heißt es. Es gehört zum ambivalenten Verhältnis der SPD zu ihrem größten Talent, dass viele Genossen sich nicht sicher sind, ob das eine schlechte oder eine gute Nachricht ist. Eine Analyse.

          Wer am Sonntagabend nach jener schicksalhaften Wahl „Anne Will“ schaute, der konnte sich im falschen Zeitalter wähnen: Nicht jemand aus der aktuellen, abgestraften Führungsriege der SPD analysierte dort das Wahldebakel der Sozialdemokraten, sondern: Sigmar Gabriel. Ausgerechnet, dürfte mancher Genosse vor dem Fernseher hinzugefügt haben. Es sei bezeichnend für den Zustand der Partei (und ihre Wahrnehmung in den Medien), dass an einem so historischen Abend, an dem die SPD nach 73 Jahren ihre letzte Bastion Bremen verliert und bei der Europawahl ins Bodenlose stürzt, kein Vertreter aus der amtierenden Parteispitze in der Sendung vertreten sei, sagte am Sonntagabend mancher aus der SPD. Andere entgegneten, es sei noch viel schlimmer, dass ausgerechnet Gabriel jetzt gute Ratschläge von der Seitenlinie gebe.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Dass Gabriel jetzt den Rücktritt von Andrea Nahles fordere, sei wie wenn „Lothar Matthäus die Leistungen der heutigen Nationalmannschaft kommentiert“, sagte die „Spiegel“-Journalistin Melanie Amann, selbst Gast bei „Anne Will“. Damit dürfte sie die Empfindungen vieler Genossen auf den Punkt gebracht haben. Noch immer polarisiert in der SPD kaum jemand so wie Gabriel, den selbst seine Gegner für das vielleicht größte politische Talent in der Partei halten. Ihm hat die SPD nach Jahren des Taumelns von Schröder zu Müntefering, Platzeck und Beck, Steinmeier und wieder Müntefering zumindest eine längere Phase relativer Stabilität zu verdanken. Gleichzeitig aber machen viele Genossen seinen Hang zu erratischen Zick-Zack-Kursen und populistischen Zuspitzungen wesentlich mit für den Niedergang verantwortlich.

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