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SPD : Schulz: „Dieses Land braucht eine neue Führung“

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Die Generalsekretärin der hessischen SPD, Nancy Faeser, nannte den Verzicht Gabriels auf die Kanzlerkandidatur und auf den Parteivorsitz  einen mutigen Schritt, für den ihm Respekt gebühre. Er stelle sein eigenen Interessen hinter die der Partei, indem er einem Spitzenkandidaten den Vortritt lasse, mit dem die SPD Aussicht auf ein besseres Ergebnis bei der Bundestagswahl habe, sagte Faeser. Gabriels Entscheidung zeuge von einer „menschlichen Größe“, die selten geworden sei.

„Schulz hat das Zeug zum Kanzler“

Die Spitzenkandidatin der saarländischen SPD für die Landtagswahl Ende März und stellvertretende Landesvorsitzende Anke Rehlinger sagte: „Wir alle sind Sigmar Gabriel zu großem Dank verpflichtet für seine Arbeit als Vorsitzender der SPD und als Wirtschaftsminister. Sigmar Gabriel hat unseren großen Respekt verdient. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er das Wohl der Partei über seine persönliche Karriere stellt.“  Martin Schulz sei nicht nur ein hervorragender Kanzlerkandidat, er habe das Zeug zum Kanzler. Er ist international verankert, kennt die Sprache und Sorgen der ,kleinen Leute', hat ein großes politisches Renommee und ist ein Sozialdemokrat mit Herzblut. Und: Dass er "halber Saarländer" ist, muss für unser Land ganz sicher kein Nachteil sein.“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in Gabriels Entscheidung ein klares Signal gegen eine weitere große Koalition: „Mit Martin Schulz haben wir in dieser Zeit bessere Chancen". Die SPD sei von der großen Koalition enttäuscht“ sagte er dem WDR: „Wir wollen einen Neuanfang."

Skepsis und Kritik bei CDU, FDP und AfD

Skepsis und Kritik an Gabriels geplanten Wechsel ins Auswärtige Amt kamen vom Koalitionspartner CDU und von der FDP. Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses, Gunther Krichbaum (CDU), sagte: „Wenn Gabriel tatsächlich Außenminister werden will, wird er sich erst in ein neues Amt einfinden müssen.“ Die Arbeit als Wirtschaftsminister sei etwas völlig anderes. „Ob er in der kurzen Zeit noch eigene Akzente setzen könnte, wäre fraglich.“ Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner kritisierte die Entscheidung als „ungeordneten Rückzug“. Leichtfertig werde die Stabilität Deutschlands in dieser weltpolitischen Lage aufs Spiel gesetzt. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hält ebenfalls nichts von einem SPD-Kanzlerkandidaten Schulz. „Symbol für EU-Bürokratie und ein tief gespaltenes Europa als Kanzlerkandidat?", twitterte sie.

Bei den möglichen neuen Koalitionspartnern der SPD kam hingegen verhaltene Zustimmung zu Gabriels Entscheidung. Grünen-Fraktionschefin und Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt erklärte über Twitter: "Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von @sigmargabriel. Aber er ist auch nicht weg #Abgesänge"

Der Vorsitzende der Linksparteifraktion, Dietmar Bartsch sprach von einer „souveränen Entscheidung des SPD-Vorsitzenden“. Er werde die SPD auch weiter an ihren Taten messen, sagt er der Funke Mediengruppe.

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