https://www.faz.net/-gpf-8nw9e

SPD-Chef : Gabriel will sich um die RTL-Gucker kümmern

  • Aktualisiert am

Sigmar Gabriel am Dienstagabend in Berlin Bild: dpa

Um die Kluft zwischen Bürgern und Politikern zu verringern, ruft der SPD-Chef seine Partei dazu auf, im Wahlkampf nicht übermäßig politisch korrekt zu sein. Eine einfachere Sprache sei wichtig, um „kulturelle Distanzen“ zu überwinden.

          SPD-Chef Sigmar Gabriel will die Kluft zwischen Bürgern und Politikern verringern, damit es bei der Bundestagswahl kein böses populistisches Erwachen wie in den Vereinigten Staaten gibt. Dort hatte Donald Trump auch gewonnen, weil die amerikanischen Wähler dem Establishment die Rote Karte zeigten. In einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion beklagte Gabriel nach Teilnehmerangaben nun „kulturelle Distanzen“ und zu viel Political Correctness im Dialog mit den Bürgern. Auch dadurch seien manche Erfolge der SPD verschütt gegangen.

          Den eigenen Abgeordneten riet er, sich vorzustellen, wie bei einer Veranstaltung ein Mann aufstehe und sage, er gucke gerne den Fernsehsender RTL. In politischen Debatten sei dann schnell von „Unterschichtenfernsehen“ die Rede. Wenn der Mann auch noch „Ausländer“ und nicht „Menschen mit Migrationshintergrund“ sage, sei gleich was los, weil das nicht dem Gender-Sprachgebrauch entspreche, meinte Gabriel.

          Es gebe im Leben solche kulturelle Distanzen, „die sind entstanden, ohne dass es jemand wollte“. Die SPD sollte im anstehenden Wahlkampf darauf achten, Menschen mit ihren eigenen Lebensvorstellungen nicht aus dem Blick zu verlieren - „auch wenn sie nicht in den Berliner Mainstream passen“, so der Vizekanzler und mögliche SPD-Kanzlerkandidat.

          Weitere Themen

          Weiterackern in Berlin

          Julia Klöckner : Weiterackern in Berlin

          Die Bundeslandwirtschaftsministerin will bei der Landtagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz nicht mehr als Spitzenkandidatin antreten. Stattdessen schickt die CDU Christian Baldauf ins Rennen. Der kann besonders mit einer Eigenschaft punkten.

          Rentner hoffen auf seine Wiederwahl Video-Seite öffnen

          Trump im „Swingstate“ Florida : Rentner hoffen auf seine Wiederwahl

          Der amerikanische Präsident will bei einem Auftritt in Florida seine Bewerbung um eine zweite Amtszeit verkünden. Florida gilt als Rentnerparadies, unter ihnen hat Trump viele Anhänger. Des Weiteren kommt dem Bundesstaat eine besondere Rolle zu.

          Nächster Wechsel an der Spitze des Pentagons

          Shanahan scheidet aus : Nächster Wechsel an der Spitze des Pentagons

          Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan zieht sich aus dem Nominierungsprozess zurück, wie Präsident Trump auf Twitter verkündet. Die Leitung des Pentagons übernimmt der bisherige Verwaltungschef des amerikanischen Heeres.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.