https://www.faz.net/-gpf-90ljz

Warnung vor Atomkrieg : Gabriel kritisiert Trumps aggressiven Ton

  • Aktualisiert am

Nicht begeistert vom amerikanischen Säbelrasseln: Außenminister Sigmar Gabriel Bild: dpa

Zwischen Amerika und Nordkorea fliegen die Drohungen nur so hin und her. Grund genug für den deutschen Außenminister, um vor einem Atomkrieg zu warnen. Besonders das Verhalten des amerikanischen Präsidenten stößt ihm dabei auf.

          Außenminister Sigmar Gabriel hat die scharfen Drohungen von Amerikas Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich kritisiert und vor einem Atomkrieg gewarnt. Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, „dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ugandischen Entebbe. Trump hatte am Dienstag gesagt, wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen „mit Feuer, Wut und ... Macht begegnet werden, wie es die Welt so noch niemals zuvor gesehen hat“.

          Diese Äußerung habe zurecht viele Menschen erschreckt, sagte Gabriel. „Diese Art von Rhetorik, diese Schlagworte, diese aggressive Sprache kommen von einem demokratisch gewählten Präsidenten der sozusagen in der gleichen Manier antwortet, wie bislang wir es vom nordkoreanischen Führer gehört haben“, sagte Gabriel. Man dürfe auf nordkoreanische Drohungen nicht „mit der gleichen aggressiven Rhetorik“ reagieren und damit die Eskalationsschraube immer weiter drehen.

          Gabriel hofft auf kühle Köpfe in Amerika

          Zwischen Washington und Pjöngjang war ein heftiges Wortgefecht über das nordkoreanische Atomprogramm ausgebrochen, in dem der Ton zuletzt immer rauer wurde. Nordkorea konterte die Äußerungen Trumps mit der Androhung eines Raketenangriff auf das amerikanische Überseegebiet Guam im Pazifik.

          Gabriel verwies darauf, dass Amerikas Verteidigungsminister James Mattis gesagt habe, ein Krieg mit Nordkorea werde zu so vielen Opfern führen würde wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Bei einem Angriff würden die Nordkoreaner im Zweifel immer noch die Möglichkeit haben, Städte wie die südkoreanische Millionenmetropole Seoul in Schutt und Asche zu legen.

          „Deswegen muss man große Sorgen haben um die Sicherheit in der Region“, sagte Gabriel. „Ich kann nur hoffen, dass sich diejenigen in den Vereinigten Staaten durchsetzen, die mit einem kühlen Kopf an eine zugegebenermaßen schwierige Frage herangehen und nicht mit den Emotionen und der Aggressivität, die wir gestern erlebt haben.“

          Unterdessen hat das amerikanische Außenministerium versucht, die Rhetorik des Präsidenten zu verteidigen. Mit seinem „Feuer und Wut“-Zitat habe Trump eine Sprache gewählt, die der nordkoreanische Präsident verstehe, sagte eine Sprecherin von Außenminister Rex Tillersons am Mittwoch. Tillerson selbst hatte sich zuvor ähnlich geäußert. Der Minister und Trump zögen am selben Strang, sagte die Sprecherin. „Wir sprechen mit einer Stimme.“ Beide hätten sich am Mittwoch etwa eine Stunde lang telefonisch abgestimmt. Tillerson hatte sich am gleichen Tag bemüht, in der rhetorisch aufgeheizten Atmosphäre beruhigend aufzutreten.

          Weitere Themen

          Im Smarthome auf Verbrecherjagd? Video-Seite öffnen

          Innenministerkonferenz : Im Smarthome auf Verbrecherjagd?

          Der Nutzung von Alexa oder Siri zur Überwachung Verdächtiger hat die Innenministerkonferenz in Kiel eine Absage erteilt. Andere Themen der Konferenz waren unter anderem die Bekämpfung der Clan-Kriminalität und des Kindesmissbrauchs.

          Topmeldungen

          Grünen-Chef Robert Habeck

          Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.
          Indiens Regierungschef Narendra Modi und der amerikanische Präsident Donald Trump

          Handelsstreit mit Amerika : Indien erhebt Vergeltungszölle

          In Asien bekommt Donald Trump einen weiteren Gegner im Handelskonflikt. Erst strich der amerikanische Präsident Indien Sondervergünstigungen. Nun wehrt sich die Regierung in Neu Delhi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.