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Sicherheitsbehörden warnen : Wenn Rechtsextreme Immobilien kaufen

Das „Deutsche Haus“: Die Traditionsgaststätte in Burg im Spreewald gehört nun Daniel Grätz Bild: Andreas Pein

In Burg im Spreewald hat eine Traditionsgaststätte einen neuen Besitzer. Die Behörden halten ihn für einen Rechtsextremisten. Der Ferienort fürchtet um seinen Ruf.

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          Das „Deutsche Haus“ steht gleich am Ortseingang von Burg im Spreewald. Das in hellem orange gestrichene Gebäude mit der grünen Aufschrift ist nicht irgendein Restaurant mit Biergarten. Es ist die Traditionsgaststätte des Kur- und Ferienortes. Im großen Saal, dem einzigen mit Parkett im Ort, finden Familienfeiern, Hochzeiten und runde Geburtstage statt. Hier treffen sich die Sportvereine und der Trachtenverein, auch der Bauausschuss hielt hier seine Sitzungen ab. Es gibt deutsche Küche ohne Schnickschnack, Schnitzel, Grützwurst, Sülze, auch ein gutes Zanderfilet. Im Biergarten sitzen in diesen Sommermonaten Urlauber, Radler, Paddler und Einheimische. Zu den Gästen gehört an diesem Sommerabend auch ein stark tätowierter junger Mann, der ein großes Tattoo mit der Aufschrift „Hooligans FC Energie“ auf seiner Wade trägt. Doch das ist nicht sehr ungewöhnlich in diesem Teil Brandenburgs.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.
          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Wirt Fritz Wendig, der das Haus 1984 von seinem Vater übernommen und seitdem in fünfter Generation geführt hatte, suchte sieben Jahre lang nach einem Nachfolger. Doch die Interessenten wollten das Gasthaus angeblich nicht wie bisher weiterführen, sondern etwas Anderes machen. Der 67 Jahre alte Wirt hat schließlich einen Nachfolger gefunden, der versprach, das Haus nach der alten Tradition zu führen. Der neue Besitzer, der die Gaststätte im Februar erwarb, hat zusätzliche Leute eingestellt. Alles schien bestens, der Retter war rechtzeitig erschienen. Doch kurz nach dem Verkauf meldete sich der brandenburgische Verfassungsschutz bei den Verantwortlichen der Kommune. Der neue Besitzer Daniel Grätz sei ein Rechtsextremist. Seitdem ist Burg in Sorge.

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