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Sexuelle Gewalt und die Kirche : Den Institutionen ausgeliefert

  • -Aktualisiert am

Aus Anlass der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist die Plastik des Künstlers Jacques Tilly bis Donnerstag in Fulda zu sehen. Im März (unser Bild) stand sie vor dem Kölner Dom. Bild: dpa

Ohne die Kirchen kann es keine Aufklärung und keine Aufarbeitung geben. Beides wird aber nur gelingen, wenn die Unabhängigkeit dieser Prozesse endlich gewährleistet ist. Ideen gibt es mehr als genug. Ein Gastbeitrag.

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          Sexualisierte Gewalt gehört zu dem Schlimmsten, was Kindern und Jugendlichen angetan werden kann. Dies gilt besonders dann, wenn die Täter enge Bezugspersonen sind, ob in der Familie oder im Freundeskreis, in Bildungs- oder Jugendhilfeeinrichtungen, im Verein oder im Raum der Kirchen. Der Gesetzgeber und auch viele Organisationen sind in den vergangenen Jahren tätig geworden, Gesetze wurden verschärft, Institutionen geschaffen. Besonders auf dem Feld der Prävention wurde massiv investiert. Doch die Zahlen sinken nicht, im Gegenteil. Vor allem im Internet tun sich immer neue Abgründe auf.

          Die Bundesregierung reagiert in der Regel jeweils nach neuen Missständen. Das ist gut, aber nicht ausreichend. Die Parlamente in Bund und Ländern haben sich insgesamt mit der Thematik unzureichend befasst. Gerne wird markig von einer Null-Toleranz-Strategie gesprochen. Selbst eine solche Strategie, wenn es sie denn gäbe, würde nicht heißen, dass man in der Zukunft jeden Fall wird verhindern können. Sie erforderte aber, das Thema weiter aus der Tabuzone herauszuholen und alles Menschenmögliche dafür zu tun, Taten zu verhindern. Für eine Strategie müssten eine Gesamtschau vorgelegt, Ziele definiert und diese mit Maßnahmen unterlegt werden, an denen nachvollziehbar und überprüfbar gearbeitet wird. Und dann müsste auch tatsächlich überprüft und gegebenenfalls nachgesteuert werden. Wer soll das tun? Das ist die zentrale Frage. Es geht um Verantwortung, um Zuständigkeit, um Ressourcen.

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