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Selbstmordanschlag : Deutscher Soldat in Afghanistan getötet

  • Aktualisiert am

Immer öfter Ziel von Anschlägen: Die Bundeswehr in Afghanistan Bild: dpa

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Isaf-Patrouille in Afghanistan ist ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Das teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit. Sechs Soldaten seien verletzt worden, zwei davon schwer.

          Bei einem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Patrouille im Norden Afghanistans ist am Donnerstag ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Sechs weitere deutsche Soldaten seien verletzt worden, zwei davon schwer, teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit.

          Der Anschlag habe sich um 13.50 Uhr Ortszeit in der Provinz Baghlan ereignet, wo die Patrouille die Zufahrtsstraße zu einer Brücke in der Nähe des Dorfs Aka Khel überwachen sollen. Die Verletzten seien mit Hubschraubern in das Bundeswehrlager Pol-e-Khomri geflogen worden, hieß es. Verteidigungsminister zu Guttenberg sagte im Bundestag, er sei mit den Gedanken bei den Soldaten und Angehörigen.

          Es sei ein Einsatz, „der unserer Sicherheit dient und der in diesem Hause beschlossen wurde“. Außenminister Westerwelle verurteilte den „hinterhältigen Anschlag“. „Dieser barbarische Akt richtet sich nicht nur gegen uns, er richtet sich auch gegen die große Mehrheit der Afghanen, die eine friedliche, auf Ausgleich und Versöhnung gerichtete Politik für ihr Land will“, sagte Westerwelle. Damit sind bisher insgesamt 44 deutsche Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen. Von ihnen sind 27 bei Anschlägen und Gefechten gefallen.

          Nach Angaben des Gouverneurs der afghanischen Provinz Baghlan, Munschi Abdul Madschid, zündete der Attentäter einen an seinem Körper befestigten Sprengsatz in der Nähe der Provinzhauptstadt Pol-e-Khomri neben einem deutschen Militärkonvoi. Das Gebiet sei von Bundeswehr-Soldaten weiträumig abgesperrt worden. Die radikal- islamischen Taliban bezichtigten sich der Tat und erklärten, der Attentäter habe acht ausländische Soldaten mit in den Tod gerissen. Angaben der Aufständischen sind gewöhnlich stark übertrieben.

          50 Nato-Lastwagen in Brand gesteckt

          Unterdessen setzen sich die Angriffe pakistanischer Extremisten auf Nachschubkonvois für die Nato-Truppen in Afghanistan fort. Wie die pakistanische Polizei am Donnerstag mitteilte, griffen Bewaffnete in der Nacht im nordwestlichen Distrikt Nowshera Dutzende am Straßenrand geparkte Lastwagen an und setzen mehr als 50 davon in Brand. Zwei Soldaten seien bei dem Angriff getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. Den Angaben zufolge fehlte der Feuerwehr die nötige Ausrüstung, um die Brände unter Kontrolle zu bringen.

          Vor einer Woche hatte die Regierung in Islamabad den knapp 100 Kilometer westlich von Nowshera gelegenen Grenzübergang Torkham am Khyber-Pass für Nato-Nachschub gesperrt. Landesweit warten seitdem Tausende Lastwagen auf die Weiterfahrt ins Nachbarland und werden immer wieder Ziel von Angriffen. Seit Freitag wurden mehr als 100 Fahrzeuge zerstört. Dabei starben sechs Menschen. Für die Überfälle werden radikal-islamische Extremisten verantwortlich gemacht. Grund für die Grenzschließung war der Beschuss eines Grenzpostens durch amerikanische Hubschrauber aus Afghanistan, bei dem mindestens zwei pakistanische Soldaten getötet worden waren.

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