https://www.faz.net/-gpf-7wknz

Selbstbestimmungsrecht : Kirchliche Loyalität

Karlsruhe hat ihnen das Selbstbestimmungsrecht bestätigt. Kaum auszudenken aber, wenn die Kirchen sich hinter Positionen auf dem Feld des Arbeitsrechts verschanzten. Es sollte um mehr gehen als formale Anforderungen an Mitarbeiter.

          1 Min.

          Kaum auszudenken, was geschehen wäre, hätte das Bundesverfassungsgericht das Urteil des Bundesarbeitsgerichts gegen die Zulässigkeit einer Kündigung eines kirchlichen Dienstverhältnisses wegen eines schwerwiegenden Verstoßes gegen die Loyalitätsobliegenheiten gutgeheißen. Das grundgesetzlich garantierte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen wäre in einem Kernbereich durch Richterrecht ausgehöhlt worden. Kaum auszudenken aber auch, wenn die Kirchen – die katholische zumal – sich auf dem Feld des Arbeitsrechts hinter ihren Rechtspositionen verschanzten.

          Schon jetzt wirkt es auf viele potentielle Mitarbeiter abschreckend, dass ein Überdenken der Loyalitätsidee allein aus strategischen Gründen überfällig ist. Noch besser stünde es den Kirchen an, sich auch offiziell über die kirchliche Identität und die fachliche Qualität ihrer Einrichtungen zu definieren als durch formale Anforderung an Mitarbeiter. In Nord- und Ostdeutschland gehört längst mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in Diakonie und Caritas keiner Kirche an. Nicht nur diese Mitarbeiter wissen, was sie an den Kirchen haben.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Weitere Themen

          Hardliner Bennett wird neuer Regierungschef Video-Seite öffnen

          Israel : Hardliner Bennett wird neuer Regierungschef

          Erstmals seit 2009 gibt es in Israel eine Regierung ohne den langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Die Knesset bestimmte den rechten Hardliner Naftali Bennett zum Nachfolger Netanjahus. Die neue Links-rechts-Koalition besteht aus acht Parteien.

          „Regieren ist nix für Lulus“

          Grünen-Parteitag in Österreich : „Regieren ist nix für Lulus“

          Österreichs Grüne ziehen eine erste Bilanz der Koalition mit der ÖVP. Es gibt viele Krisen aufzuarbeiten, doch die Führung ist überzeugt: Den Unterschied zur Vorgängerregierung mit der FPÖ machen die Grünen.

          Topmeldungen

          Justizministerin Alma Zadić und Vizekanzler Werner Kogler auf dem Parteitag der österreichischen Grünen am Sonntag in Linz

          Grünen-Parteitag in Österreich : „Regieren ist nix für Lulus“

          Österreichs Grüne ziehen eine erste Bilanz der Koalition mit der ÖVP. Es gibt viele Krisen aufzuarbeiten, doch die Führung ist überzeugt: Den Unterschied zur Vorgängerregierung mit der FPÖ machen die Grünen.

          Autonomes Fahren : Tech-Konzerne auf der Überholspur?

          Noch vor einigen Jahren schien autonomes Fahren das Zukunftsthema schlechthin. Heute steht das Thema nicht mehr in der Öffentlichkeit, doch im Verborgenen liefern sich Automobil- und Tech-Konzerne ein Rennen um die Vorherrschaft auf den Straßen der Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.