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Selbstbestimmungsrecht : Kirchliche Loyalität

Karlsruhe hat ihnen das Selbstbestimmungsrecht bestätigt. Kaum auszudenken aber, wenn die Kirchen sich hinter Positionen auf dem Feld des Arbeitsrechts verschanzten. Es sollte um mehr gehen als formale Anforderungen an Mitarbeiter.

          Kaum auszudenken, was geschehen wäre, hätte das Bundesverfassungsgericht das Urteil des Bundesarbeitsgerichts gegen die Zulässigkeit einer Kündigung eines kirchlichen Dienstverhältnisses wegen eines schwerwiegenden Verstoßes gegen die Loyalitätsobliegenheiten gutgeheißen. Das grundgesetzlich garantierte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen wäre in einem Kernbereich durch Richterrecht ausgehöhlt worden. Kaum auszudenken aber auch, wenn die Kirchen – die katholische zumal – sich auf dem Feld des Arbeitsrechts hinter ihren Rechtspositionen verschanzten.

          Schon jetzt wirkt es auf viele potentielle Mitarbeiter abschreckend, dass ein Überdenken der Loyalitätsidee allein aus strategischen Gründen überfällig ist. Noch besser stünde es den Kirchen an, sich auch offiziell über die kirchliche Identität und die fachliche Qualität ihrer Einrichtungen zu definieren als durch formale Anforderung an Mitarbeiter. In Nord- und Ostdeutschland gehört längst mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in Diakonie und Caritas keiner Kirche an. Nicht nur diese Mitarbeiter wissen, was sie an den Kirchen haben.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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