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Politneuling Karlheinz Busen : Ein Mensch von draußen

  • -Aktualisiert am

Jeder dritte Grashalm: Busen auf seinem Anwesen im nordrhein-westfälischen Gronau Bild: Holde Schneider

Im Bundestag ist Karlheinz Busen das Exemplar einer seltenen Gattung – ein Seiteneinsteiger mit Lebenserfahrung jenseits der Politik. Hat so einer ein anderes Gespür für das Land?

          8 Min.

          Karlheinz Busen rennt. Der Weg ist weit. Der FDP-Abgeordnete muss im südlichen Trakt des Jakob-Kaiser-Hauses in Berlin den Aufzug nach unten nehmen, im Tunnel die Dorotheenstraße unterqueren, vorbeilaufen am Parlamentarischen Kontrollgremium, dann links in Richtung Reichstag, die Treppen rauf und in den Plenarsaal. Zweimal hat er in seinem Büro das schnarrende Geräusch, das zur namentlichen Abstimmung ruft, ignoriert, während er sich mit einer Tierschützerin über Königspythons und die Haltung exotischer Tiere in Deutschland unterhielt. Dann ist es dem Büroleiter endlich gelungen, den Chef in die Spur zu schicken.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Es ist noch nicht lange her, dass Busen seinen 67sten Geburtstag gefeiert hat. Er ist drahtig und gut trainiert. Keine kiloschweren Hinterlassenschaften aus Jahren und Jahrzehnten politischer Gremiensitzungen mit Keksen und Wurstbrötchen, wie sie bei manchem Abgeordneten zu sehen sind. Das liegt nicht daran, dass Busen ein Held des Widerstandes wäre und den Keksteller Legislaturperiode für Legislaturperiode an sich hätte vorbeiziehen lassen. Vielmehr ist er neu im höchsten deutschen Parlament. Es haben noch nicht viele politische Keksteller stundenlang vor ihm gestanden.

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