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Seenotrettung im Mittelmeer : Nicht unter päpstlicher Flagge

Die „Lifeline“ im Hafen von Valetta in Malta (Archivbild) Bild: dpa

Private Seenotretter haben den Papst gebeten, unter vatikanischer Flagge fahren zu dürfen. Der Vatikan lehnt das ab – möglich wäre es aber. Warum also beteiligt sich der Vatikan nicht?

          3 Min.

          Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in den vergangenen Tagen ein Bündnis zur Unterstützung privater Seenotrettung im Mittelmeer vorgestellt. Schon bevor die EKD darüber diskutierte, ist der Vatikan auf eine ganz andere Weise mit diesem Thema konfrontiert worden. Im Juli 2018 wandte sich der deutsche Verein „Mission Lifeline“ mit einem ungewöhnlichen Ansinnen an Papst Franziskus: Der Verein bat darum, sein Schiff „Lifeline“ unter vatikanischer Flagge fahren lassen zu dürfen. Dahinter stand nicht zuletzt die Hoffnung, dass selbst ein Hardliner wie der damalige Innenminister Matteo Salvini es kaum wagen würde, einem Schiff die Hafeneinfahrt zu verwehren, dessen Flagge die gekreuzten Schlüssel des heiligen Apostels Petrus zieren. Ermutigt fühlen konnten sich die privaten Seenotretter auch durch den Papst selbst, der nicht müde wird, Gleichgültigkeit angesichts des massenhaften Todes von Migranten im Mittelmeer anzuprangern.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Das Anliegen der privaten Seenotretter war keineswegs von vornherein abwegig. Denn der Vatikanstaat besitzt seit 1951 ein eigenes Schiffsregister und ist damit grundsätzlich befugt, Schiffe unter seiner Flagge fahren zu lassen. Allerdings hat das Register bis heute keinen Eintrag. Auch im Fall „Mission Lifeline“ fiel die Antwort des Vatikans negativ aus. Eine Registrierung im Schiffsregister sei nicht möglich, weil das Schiff keine „tatsächliche Beziehung“ zum Vatikanstaat habe und dieser seine Hoheitsgewalt an Bord nicht ausüben könne, hieß es in einem Schreiben der Apostolischen Nuntiatur in Deutschland. Zudem könne man die Immunität von Besatzung und Passagieren nicht gewährleisten. Die Antwort schloss mit der Versicherung, den Kapitän, die Besatzung des Schiffs und alle Menschen in Seenot in das Gebet einzuschließen.

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