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Bundesinnenminister : Seehofer will als CSU-Vorsitzender zurücktreten

  • -Aktualisiert am

Bild: EPA

Seehofer will nach Informationen der F.A.Z. im Laufe der Woche seinen Rücktritt vom CSU-Vorsitz bekannt geben. Auch das Amt des Bundesinnenministers will er offenbar aufgeben – und fordert intern Respekt ein.

          Horst Seehofer wird sein Amt als CSU-Vorsitzender vorzeitig niederlegen. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus der Zusammenkunft der Parteispitze mit den Bezirksvorsitzenden, an der am Sonntag in München auch Ministerpräsident Markus Söder teilgenommen hat. Demnach will Seehofer auch sein Innenministeramt in Berlin aufgeben; jedoch nicht zwingend gleichzeitig mit dem Parteivorsitz. Er selbst sagte nach der gut vier Stunden dauernden Sitzung, in der es viel Kritik an ihm gegeben hatte, er werde sich im Laufe der Woche zu seiner Zukunft äußern. Spätestens im Januar soll es nach Angaben von Sitzungsteilnehmern einen CSU-Sonderparteitag geben, auf dem ein Nachfolger gewählt werden soll.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Seehofer verlangte bei dem Treffen, so behandelt zu werden wie es jemand, der seit zehn Jahren die Partei führt, verdient habe. So wolle er sich von den Parteigliederungen und seinen Weggefährten vernünftig verabschieden können. Das sei eine Frage von Wochen, nicht von Monaten. Seehofer soll sich abermals gewehrt haben, zum Schuldigen für das schlechte Landtagswahlergebnis gemacht zu werden, diesmal benutzte er dafür statt des „Watschnbaums“ das Bild vom „Watschnmann“. Zur Frage, wer tatsächlich die Verantwortung für das Ergebnis trage, werde er sich zu gegebener Zeit äußern.

          Als mit Abstand aussichtsreichster Nachfolge-Kandidat für den CSU-Chefposten gilt inzwischen der alte und neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Der 51-Jährige würde Seehofer dann schon zum zweiten Mal beerben, nachdem er im März schon den Posten des Regierungschefs von ihm übernommen hatte. In der Sitzung am Sonntag äußerte er sich genauso wenig wie der zweite mögliche Aspirant für den Parteivorsitz, der EVP-Spitzenkandidat für die Europawahl, Manfred Weber.

          Mit einem Rücktritt Seehofers als CSU-Chef war in den vergangenen Wochen immer stärker gerechnet worden. Als vorrangig galt zunächst die Bildung einer Regierung in Bayern, wo die CSU nach dem Verlust der absoluten Mehrheit nun auf einen Koalitionspartner angewiesen ist. Der Koalitionsvertrag mit den Freien Wählern ist aber nun unterschrieben, Söder als Ministerpräsident wiedergewählt und vereidigt, an diesem Montag soll noch das Kabinett benannt werden.

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