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Schwere Corona-Fälle : Beatmung an der Kapazitätsgrenze?

Rettet Leben: Die Zahl der Beatmungsmaschinen in der Intensivpflege könnte zu gering sein. Bild: dpa

Wer schwer an Covid-19 erkrankt, braucht Beatmung – doch es gibt wohl zu wenig Geräte. Damit Ärzte nicht wie in Italien entscheiden müssen, wer an eine Maschine darf und wer nicht, braucht es mehr davon. Aber das ist schwierig.

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          Das Rote Kreuz oder das Technische Hilfswerk haben für den Fall der Havarie eines Atomkraftwerks Jod-Tabletten eingelagert. Nicht in den Vorratslagern befindet sich das, was in der Corona-Krise dringend benötigt wird: moderne Beatmungsgeräte für Intensivstationen. Ein Virus, das in der Regel sechs Tage nach Beginn der Krankheitssymptome bei einer geringen Zahl von Patienten eine beidseitige, virale Lungenentzündung verursacht und zu wahrscheinlich Tausenden beatmungspflichtigen Intensivpatienten führt, kam in den Szenarien der Gesundheitsbehörden bislang nicht vor. Damit die Kapazitäten an den Kliniken und in neu eingerichteten Notkliniken, zum Beispiel in Reha-Kliniken oder kürzlich stillgelegten Krankenhäusern, schnell geschaffen werden können, muss auch die Produktion von Beatmungsgeräten deutlich gesteigert werden.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei dem Lübecker Hersteller Dräger gerade 10.000 Beatmungsgeräte bestellt und bei dem in Bad Ems ansässigen Unternehmen Löwenstein Medical weitere 6500 Geräte unterschiedlicher Leistungsklassen in Auftrag gegeben. Sollte die Eindämmung der Pandemie in den nächsten 14 Tagen nicht gelingen, sollte also die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in die Millionen gehen, könnten die Beatmungskapazitäten deutscher Kliniken – trotz aller Anstrengungen – dennoch an ihre Grenzen stoßen.

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