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Schweinegrippe : Es droht ein Impf-Chaos

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Beim Impfen gegen die Schweinegrippe droht in einigen Wochen ein Durcheinander. Nachdem die Bundesländer wie angekündigt 50 Millionen Impfdosen bestellt haben, müssen sie nun klären, wie der Impfprozess genau ablaufen soll. Die Krankenkassen sollen die Kosten tragen.

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          Beim Impfen gegen die Schweinegrippe droht im Herbst ein Durcheinander. Nachdem die Bundesländer wie angekündigt 50 Millionen Impfdosen bestellt haben, müssen sie nun klären, wie der Impfprozess genau ablaufen soll. „Jetzt ist es Aufgabe der Länder, die weitere Vorbereitungszeit abzuschließen. Es müssen konkrete Impfkonzepte vor Ort erstellt werden“, sagte der Staatsekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder (SPD), der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zudem müsse die Frage geklärt werden, wie die für die Impfung zunächst vorgesehenen Personen wie chronisch Kranke informiert würden. „Sicher ist, geimpft werden muss so zügig und so preiswert wie möglich“, äußerte Schröder. Der Staatsekretär im thüringischen Gesundheitsministerium, Falk Oesterheld (CDU), der die Gespräche in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder derzeit führt, sagte: „Jedes Land wird anders impfen. Das ist das einzig sichere, das ich zur Zeit sagen kann.“

          „Jeder, der will, kann geimpft werden“

          Bayern hat schon entschieden, dass die Impfungen vorrangig beim niedergelassenen Arzt erfolgen werden. Aber auch Gesundheitsämter würden Impfungen durchführen. „Die Impfung ist eine Vorsichtsmaßnahme“, sagte der bayrische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) der F.A.S. Ungeklärt sei, welche Gruppen der Bevölkerung zuerst geimpft werden. „Eine Empfehlung für die Impfung wird es voraussichtlich vor allem für medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere geben. Es wird ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen“, sagte Söder. Details würden zwischen Bund und Ländern noch abgestimmt.

          Staatssekretär Schröder stellte klar, bei der Auswahl der Personen und dem Stufenkonzept folge man den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Wir haben die Möglichkeit, Impfstoff nachzubestellen. Darüber haben wir gerade in diesen Tagen mit den Herstellern verhandelt. Wir haben sichergestellt, dass jeder Bundesbürger, der geimpft werden will, auch geimpft werden kann - auch wenn vielleicht nicht sofort.“

          Krankenkassen sollen Kosten übernehmen

          Noch nicht geklärt scheinen die Kosten der Impfung. „Eine Impfung wird pro Person rund 30 Euro kosten - die Krankenkassen werden diese Kosten übernehmen“, sagte Staatssekretär Schröder, der damit rechnet, dass Ende September oder Anfang Oktober der erste Impfstoff zur Verfügung steht. Auch von den privaten Kassen habe er die Zusage, dass sie die Kosten übernähmen.

          Staatssekretär Oesterheld äußerte, es sei nicht einzusehen, dass im Fall einer Pandemie der Steuerzahler zur Kasse gebeten werde: „Wir werden sicherstellen, dass nichts an den Ländern hängenbleibt.“ Laut Söder handelt es sich um eine gesamtstaatliche Aufgabe: „Deshalb muss sich der Bund zur Hälfte an den Kosten beteiligen.“ Analysen der WHO ergaben unterdessen, dass sich weltweit weiter vor allem junge Menschen anstecken. Von schweren oder gar tödlichen Verläufen seien aber eher ältere Menschen betroffen.

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