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Corona in Baden-Württemberg : Regierung will mobile Luftfilter für Schulen kaufen

Unterricht im Juni 2020 in Baden-Württemberg bei geöffnetem Fenster Bild: dpa

Das Land Baden-Württemberg investiert 60 Millionen Euro, damit die Schulen bei steigenden Infektionszahlen offen bleiben können. Die Geräte sollen in Klassenzimmern stehen, die nicht oder schlecht gelüftet werden können.

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          Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg bereitet sich auf eine mögliche vierte Pandemie-Welle vor. Deshalb sollen bis zum Beginn des neuen Schuljahrs Schulräume, die schlecht oder gar nicht gelüftet werden können, mit mobilen Luftfiltergeräten ausgestattet werden. Ziel ist es, hiermit Schulschließungen im Herbst, wenn sich die Delta-Variante des Corona-Virus vollends durchgesetzt haben sollte, nach Möglichkeit abzuwenden. Das Land unterstützt die kommunalen Schulträger bei der Anschaffung dieser Geräte mit 60 Millionen Euro. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte aufgrund der begrenzten Reinigungswirkung der Luftreiniger zunächst mit der Anschaffung gezögert. Nun sagte er, dass man mit Blick auf weitere Pandemie-Wellen „mehrgleisig fahren“ müsse.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          „Neben den bestehenden Bausteinen wie regelmäßiges Testen, Masken, den eingeübten Hygiene- und Schutzmaßnamen und gezieltem Impfen schlägt die Landesregierung den Kommunen als Schulträger ein Förderprogramm von 60 Millionen Euro vor. Damit werden wir sie bei der Anschaffung mobiler Lüftungsanlagen und CO2-Ampeln hälftig unterstützen“, sagte der Ministerpräsident am Dienstag. Er warnte aber auch, dass keine einzelne Schutzmaßnahme eine Garantie biete. Luftfilter könnten das regelmäßige Lüften in Klassenräumen nicht ersetzen. Die mobilen Luftreiniger sollen auch dabei helfen, im Herbst die Infektionszahlen in den Klassenstufen eins bis sechs niedrig zu halten, weil es für diese Schüler derzeit kein Impfangebot gibt.

          Durch die Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), zum neuen Schuljahr alle Klassenräume mit mobilen Luftfiltergeräten auszustatten, war die Landesregierung in Stuttgart unter Handlungsdruck geraten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen wollen die Landesregierungen die Ausstattung der Schulen mit Luftreinigern nun fördern. Eine flächendeckende Ausstattung der Klassenräume mit mobilen Luftfilteranlagen ist weder in Bayern, noch in Baden-Württemberg realistisch. Außerdem gibt es verschiedene Techniken zur Luftreinigung.

          Den besten Schutz bieten stationäre Klimaanlagen mit modernen Filtern, die Viren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft filtern können. Allein in Baden-Württemberg gibt es 67.000 Klassenzimmer. Würde man alle Klassenräume mit fest installierten Luftreinigungsanlagen ausstatten, müsste das Land wohl eine Milliarde Euro investieren. Außerdem würde es zwei bis drei Jahre dauern, ehe die Schulen mit dieser Technik ausgerüstet wären. Der Landesvorsitzende des baden-württembergischen Philologenverbands, Ralf Scholl, sagte, dass Raumluftreiniger auch notwendig seien, weil die Impfquote bei den unter 18 Jahre alten Bürgern nur bei 1,2 Prozent liege.

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