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Schulze-Föcking-Kommentar : Schweinerei

Die damalige nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) spricht im April bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Agrarministerkonferenz (AMK) in Münster. Bild: dpa

Christina Schulze Föcking wurde in den Rücktritt getrieben. Die Kombination aus der Macht der Bilder und den Hetztiraden im Netz ist nichts anderes als die Fortsetzung mittelalterlicher Öffentlichkeit mit anderen Mitteln.

          Christina Schulze Föcking ist nicht die erste Landwirtschaftsministerin, die in den Rücktritt getrieben wird. Im Falle von Astrid Grotelüschen, vor acht Jahren, waren es angeblich gequälte Puten, jetzt sind es Schweine, die der Ministerin zur Last gelegt werden. Jeweils sollten CDU-Politikerinnen als Tierquälerinnen denunziert und dann an den Pranger gestellt werden – das ist wörtlich zu verstehen.

          Denn die Kombination aus der Macht der Bilder und den Hetztiraden im Netz ist nichts anderes als die Fortsetzung mittelalterlicher Öffentlichkeit mit anderen Mitteln. Die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen sieht dagegen keinen Grund zur Anklage; im Milieu militanter Tierschützer war es noch nie ein Hindernis, so zu tun, als habe man die Wahrheit gepachtet.

          Dass SPD und Grüne dennoch an einem Untersuchungsausschuss festhalten, zeigt nicht nur, dass sie mit diesem Milieu unter einer Decke stecken. Sie greifen nach jedem Grashalm, um sich zu retten. Hoffentlich beachten sie dabei eine Regel, die unter Tierschützern leicht in Vergessenheit gerät: Politiker sollten sich gegenseitig nicht wie Tiere behandeln.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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