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Schultoiletten : Dieser Dreck ist kein Einzelfall

  • -Aktualisiert am

Berliner Schultoilette Bild: dpa

An einigen Berliner Schulen sind die Toiletten derart unhygienisch, dass sie den Kindern kaum mehr zumutbar sind. Der Grund soll sein, dass die öffentliche Hand immer auf die billigsten Reinigungsfirmen zurückgreifen muss.

          An der Berliner Grundschule am Friedrichshain haben die Schüler weniger mit Zensuren als mit körperlichen Grundbedürfnissen zu kämpfen. Die Toiletten sind derart unhygienisch, dass sie den Kindern kaum mehr zumutbar sind. Das Schul- und das Gesundheitsamt drohen deshalb mit einer vorübergehenden Schließung der Schule, sollte die verantwortliche Reinigungsfirma nicht bis zu diesem Montag für Sauberkeit sorgen. Mehrmals schon habe die Schulleiterin Uta Johst-Schrader seit vergangenem Sommer Mängel bei der Schulaufsicht gemeldet, ohne dass sich etwas verbessert habe, berichtete die Zeitung „Berliner Morgenpost“.

          Die Versäumnisse der Reinigungsfirma sind kein Einzelfall in der Hauptstadt. Auch an der Bürgermeister-Herz-Schule haben Eltern schon das Gesundheitsamt gerufen. „Die Toiletten sind so verschmutzt, dass mein Sohn sie nicht mehr benutzen will“, sagt Monika Wodicka, Mutter eines Schülers, die zusammen mit anderen Eltern aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die „Elterninitiative Reinigungsoffensive“ gegründet hat. In der Schule gebe es zwar eine saubere Anlage, aber die dürften nur Lehrer benutzen. Zudem begännen die Kinder zu husten, wenn sie sich in Klassenräumen auf den Boden setzten. Derart viel Staub liege dort herum.

          Wo bleibt da die Vorbildfunktion?

          Schon als der Berliner Landeselternausschuss vergangenen November Eltern nach Problemen an den Schulen gefragt hatte, stand mangelnde Sauberkeit ganz oben auf der Liste. Schuld an diesen Zuständen sei das Vergabegesetz für öffentliche Ausschreibungen, demzufolge der billigste Anbieter den Zuschlag bekomme, sagt Wodicka. Die zuständige Reinigungsfirma sei vielleicht günstig, erfülle aber weder die vereinbarten Leistungen noch behandle sie ihre Angestellten gut. „Dabei sollte die öffentliche Hand bei ihren Aufträgen doch eine Vorbildfunktion haben.“

          Die Elterninitiative fordert, dass nicht nur der günstigste Anbieter gewählt werde, sondern auch die Qualität der Reinigungsfirmen in die Entscheidung einfließe. „Für die Reinigung der Schulgebäude ist nicht die Senatsverwaltung, sondern sind die Bezirksämter zuständig“, sagt eine Pressesprecherin der Berliner Senatsverwaltung. Da sich die Lage aber derart zugespitzt habe, sei für Montag ein Treffen zwischen der Senatsverwaltung und dem Bezirksschulamt angesetzt. Wodicka kritisiert dagegen, dass es erst eine Elterninitiative gebraucht habe, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Die Hygiene an den Schulen ist ein sehr treffendes Symbol dafür, wie Berliner Bildungspolitik funktioniert“.

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